Wien - Nach den Turbulenzen rund um die Vorstandswahl ist Mittwoch Nachmittag am ÖGB-Bundeskongress wieder so etwas wie Normalität eingekehrt, wenn auch nicht ganz. Denn mit der Vorsitzenden der österreichischen Hochschülerschaft, Barbara Blaha, durfte ein ungewöhnlicher Gast ans Rednerpult.

Die aus der SPÖ ausgetretene Studentenvertreterin wurde von den vornehmlich roten Gewerkschaftern mit viel Applaus empfangen und sie sprach wohl so manchem Delegierten aus dem Herzen, als sie meinte, dass die Formel Sozialarbeit statt Studiengebühr ein Schlag für alle Menschen sei, die tatsächlich in Sozialberufen tätig seien. Hier werde Lohndumping der Sonderklasse betrieben, verwies Blaha auf den umgerechneten Stundenlohn von sechs Euro für die Studiengebühren-Ersatzdienste.

Arbeitsgruppen reichen nicht

Die Gewerkschaft forderte die ÖH-Chefin auf, auch in Zeiten der großen Koalition aktiv zu bleiben. Arbeitsgruppen zu bilden werde nicht reichen. Nötig sei einer echte Vertretung der Arbeitnehmer.

Der Bildungsantrag des ÖGB-Vorstands sieht unter anderem eine Abschaffung der Studiengebühren vor. Die angekündigte "soziale Abfederung" durch Stipendien sei unzureichend. Im Antrag findet sich ferner das verpflichtende gebührenfreie Vorschuljahr. Die Senkung der Klassenschüler-Zahl auf höchstens 25 wird ebenso eingefordert wie ein flächendeckendes, unentgeltliches Angebot an ganztätigen Schulen sowie die Entwicklung eines Kurssystems für die Oberstufe, um Klassenwiederholungen zu minimieren. (APA)