Sofia - Mit einem "Lobbyisten" bei der EU will die Regierung in Sofia versuchen, eine Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren des bulgarischen Kernkraftwerks Kosloduj zu erreichen. Die Blöcke 3 und 4 waren zum Beitritt Bulgariens zur Union am Jahresanfang stillgelegt worden.

Der "Berater der Regierung", der Andeutungen aus dem Wirtschafts- und Energieministerium zufolge rasch bestellt werden soll, dürfte zunächst die Fälle Slowakei und Litauen studieren, die ähnliche Erfahrungen haben. AM Donnerstag, will die bulgarische Regierung zudem einen Aktionsplan für Kosloduj beschließen. Dieser sieht Offensiven von Diplomaten, Experten und sogar Staatspräsident Georgi Parwanow in Brüssel vor.

Auch ein Neubauprojekt, das jahrelang auf Eis lag, wird wieder angestrebt: An der Donau in Belene soll eine Tochterfirma der russischen Gazprom ein neues AKW errichten. Experten warnen bereits, das riesige Vorhaben werde die Entwicklung anderer Energiequellen abwürgen. (APA)