Conakry - Der umstrittene Präsident von Guinea, Lansana Conté, hat den protestierenden Gewerkschaften ein entscheidendes Zugeständnis gemacht und sich bereit erklärt, einen Teil seiner Macht abzugeben. Der Präsident habe sein Einverständnis gegeben, dass der künftige Ministerpräsident auch Regierungschef sein solle, sagte die Generalsekretärin der Arbeitergewerkschaft CNTG, Rabiatou Sérah Diallo, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Conakry.

Am Samstag solle ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet werden. Conté hatte am Mittwoch zugesagt, das Amt eines Ministerpräsidenten zu schaffen und einen von den Gewerkschaften ausgesuchten Politiker für diesen Posten zu ernennen. Er hatte sich aber bisher geweigert, den Status des Regierungschefs an den Ministerpräsidenten abzugeben.

Die Gewerkschaften des bitterarmen westafrikanischen Landes hatten vor mehr als zwei Wochen einen Generalstreik ausgerufen, der seitdem das Land lahmlegt. Bei den von Sicherheitskräften brutal niedergeschlagenen Demonstrationen kamen bislang mindestens 59 Menschen ums Leben. Die Proteste richten sich gegen den seit 23 Jahren herrschenden Präsidenten und gegen die schlechten Lebensbedingungen im Land. Der 72-jährige Conté regiert trotz schwerer Krankheit. Von der Einsetzung eines Ministerpräsidenten erhoffen sich die Gewerkschaften ein Ende von Korruption, Machtmissbrauch und schlechter Regierungsführung. (APA)