Caracas - Kubas Vizepräsident Carlos Lage hat bei einem Besuch in Venezuela versichert, der seit einem halben Jahr schwer kranke kubanische Staatsoberhaupt Fidel Castro werde noch lange leben. In Kuba werde "der Sozialismus für immer und ewig bestehen", sagte er am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Caracas. "Wir werden Fidel und (dessen Bruder) Raúl noch eine sehr lange Zeit unter uns haben", fügte er hinzu.

Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez, einer der engsten politischen Freunde Castros, hielt unterdessen beim Treffen im Regierungspalast vor laufenden Fernsehkameras einen Brief, den Castro vor zwei Tagen handsigniert und mit Lage nach Caracas geschickt habe. "Das ist für diejenigen, die behaupten, Castro liege im Sterben", so der Linksnationalist ironisch.

Chávez und Lage unterzeichneten in Caracas 16 so genannte "Integrationsabkommen", die unter anderem die Gründung von 12 binationalen Unternehmen vorsehen. Beide Staaten wollen den Angaben zufolge unter anderem gemeinsam Stahl produzieren, in kubanischen Gewässern nach Erdöl suchen und den Tourismus fördern. Der Handelsaustausch zwischen beiden Ländern wuchs zwischen 2001 und 2006 von 460 Milionen auf 2,64 Milliarden US-Dollar.

Staatsgeheimnis: Gesundheitszustand

In Kuba wird der Gesundheitszustand des 80-jährigen Castro als "Staatsgeheimnis" behandelt. Erst vor wenigen Tagen hatte die spanische Zeitung "El Pais" unter Berufung auf Kreise des Madrider Gregorio-Marañón-Krankenhauses geschrieben, der Gesundheitszustand des "Revolutionsführers" sei "sehr ernst". Die Krankheit habe sich durch eine Serie von fehlgeschlagenen Operationen verschlimmert.

Ende Dezember war die bislang letzte Botschaft Castros verbreitet worden. Darin hieß es, der Erkrankte selbst habe gesagt, dass seine Chancen für eine Genesung gut seien. Ihm sei jedoch klar, dass der Prozess lange dauern werde. Wegen seiner Erkrankung hatte Castro nach 47 Jahren die Regierungsgeschäfte am 31. Juli 2006 seinem jüngeren Bruder Raúl übertragen. (APA/dpa)