New York/Wien - Der Skandal um die Bawag-Verluste durch die fehlgeschlagenen Spekulationsgeschäfte des in New York im Luxus lebenden Investmentbankers Wolfgang Flöttl ist dem "Wall Street Journal - Europe" am Donnerstag einen Aufmacher wert. Ausführlich wird unter dem Titel "Wie die Bawag-Wette ins Auge ging" ("How Bawag bet backfired") der Aufstieg des österreichischen Hedge-Fonds Managers Flöttl in der New Yorker Society beschrieben - und seine verhängnisvolle Rolle im Bawag-Skandal.

"Die verwickelte Geschichte von Herrn Flöttl und seinen Bankern zeigt, was alles passieren kann, wenn ein großer und bedeutender Bankkunde Probleme bekommt, die Risikokontrolle versagt und die Bank-Manager sich dagegen sträuben, ihn kalt zu stellen. Die Bawag hat auf Flöttl gesetzt und dann verdoppelt, sie hat gutes Geld dem schlechten noch nachgeworfen", schreibt die New Yorker Wirtschaftszeitung. Illustriert ist der Artikel mit für das Blatt typischen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Wolfgang Flöttl und Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner.

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Der in Österreich geborene Financier Flöttl sei "eines der ungewöhnlichsten Opfer" des Zusammenbruchs von Refco, der Broker-Firma, schreibt das Blatt. Die Untersuchung des Refco-Kollapses Ende 2005 habe zu einer "wenig bekannten österreichischen Bank, Bawag PSK", geführt, die mit Refco Geschäfte gemacht hatte. Flöttl, der Sohn des ehemaligen Bawag-Chefs, war einer der prominentesten Kunden der Bank.

Flöttl, der über seinen österreichischen Anwalt jeden Kommentar abgelehnt habe, habe den Staatsanwälten erklärt er habe nichts Falsches getan. Der neue Bawag-Chef erklärte hingegen, die Bank versuche von Flöttl 1,4 Mrd. Dollar (1,079 Mrd. Euro) zu erhalten. (APA)