Unfreiwillig unterhalten haben dürften zuletzt die Vertreter des Autohandels Finanzminister Wilhelm Molterer. Forderten sie doch, künftige Mineralölsteuereinnahmen für eine "Verschrottungsprämie" zu verwenden, sprich: jedem Autokäufer, der sein altes Auto gegen ein neues eintauscht, ein paar Tausender aus dem Staatssäckel draufzulegen.

Da der neue Chef in der Himmelpfortgasse zwar einen weißen Bart hat, aber nach Kenntnisstand dieser Redaktion trotzdem nicht der Weihnachtsmann ist, dürften die Rufe der Autohändler wohl ungehört verhallen. Die Einnahmen werden zu einem guten Teil in den Ausbau des Straßennetzes fließen.

Italienische Erfindung

Die "Verschrottungsprämie" ist eine Erfindung der italienischen Regierung, die in den 90er-Jahren versuchte, mit staatlichen Mitteln den Markt zu pushen und so die damals marode Industrie-Ikone Fiat künstlich zu ernähren. Es funktionierte, allerdings mit dem Effekt, dass nach Auslaufen der Prämie der Markt wieder einbrach und Fiat die dringend notwendige Unternehmenssanierung so lange hinausschob, dass man ein halbes Jahrzehnt später fast zusammengebrochen wäre.

Es ist skurril, anno 2007 von einem Staat mit echten Problemen im Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitssystem die Subventionierung einer Handelsbranche zu fordern. Aber das Beispiel Fiat zeigt auch, dass das blinde Hineinzahlen in die Industrie gefährlich sein kann (die heimischen Autozulieferer müssen ihre Produktivität ohnehin täglich unter Beweis stellen).

Für und Wider

Was bedeutet das nun alles für Autokäufer? Zunächst die Gewissheit, dass die Konkurrenz im Autohandel schärfer denn je ist. Ergibt: hohe Rabatte, Aktionen. Andererseits auch die Gefahr, dass das Netz der Händler- und Werkstätten weiter ausgedünnt wird. Aber wir fahren ja alle so gern Auto. (szem, 26.1.2007)