Wien – Die neuen SP-Stadträte wurden im Rathaus von der Opposition keineswegs willkommen geheißen: „Aus einem Paukenschlag, der angekündigt war, ist eine kleine Rochade geworden“, kritisierte VP-Klubobmann Matthias Tschirf. Die Grünen-Chefin im Rathaus Maria Vassilakou meldete Zweifel an der Kompetenz der neuen SP-Stadträte an – insbesondere am neuen_Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, der bisher kulturpolitisch unterwegs war. Und FP-Klubobmann Eduard Schock erklärte gar, dass Renate Brauner als Finanzstadträtin ungeeignet sei: „Die Partei ist für Renate Brauner alles, und der Staat ist nichts.“

Christian Oxonitsch, SP-Klubchef im Rathaus, wies die Vorwürfe zurück – und die neue Stadtratsriege wurde mit absoluter SP-Mehrheit beschlossen: Ludwig wurde anstelle des Infrastrukturministers Werner Faymann neuer Wohnbaustadtrat und Sandra Frauenberger die neue Frauen- und Integrationsstadträtin. Brauner wurde anstelle des scheidenden Sepp Rieder Finanzstadträtin und Vizebürgermeisterin, Sonja Wehsely ist nun für die Gesundheit zuständig. Für die ÖVP übernahm Landesgeschäftsführer Norbert Walter von Wissenschaftsminister Johannes Jahn das Amt eines nicht amtsführenden Stadtrats.

Bürgermeister Michael Häupl hofft nun vor allem, dass die neuen_Minister Faymann und Hahn auch im Bund ihre Herkunft nicht vergessen. Häupl: „Tiroler bleiben in einer Bundesregierung immer Tiroler und Steirer Steirer. Wiener werden sehr leicht Bundespolitiker.“ (frei/DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2007)