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Freier Kosovo? Nach dem jetzigen Stand der Dinge dürfte es für die südserbische Provinz eher auf eine bedingte Souveränität hinauslaufen.

Foto: EPA/Xhemaj
Wien - Zunächst hieß es, an einem geheimen Ort, dann war es die UNO-City, und schließlich wurde am Freitag doch in der Wiener Hofburg über die Zukunft des Kosovo gesprochen: UNO-Chefvermittler Martti Ahtisaari präsentierte der Kosovo-Kontaktgruppe seine Vorschläge zum künftigen Status der südserbischen Provinz. Ahtisaaris Vize Albert Rohan sprach nach der zweistündigen Zusammenkunft von einem "sehr guten und positiven Treffen". Dagegen meldete Reuters unter Berufung auf Diplomaten, dass Russland dem Plan "sehr skeptisch" gegenüberstehe. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien hätten die Vorschläge Ahtisaaris dagegen unterstützt.

Ahtisaari sprach von einem "regelmäßigen Treffen". Zum Inhalt seiner Vorschläge wollte er sich nicht äußern. Ein Sprecher von Ahtisaaris Büro (Unosek) sagte, der nächste Schritt werde die Übergabe des Dokuments an die beiden beteiligen Parteien in Belgrad und Prishtina am 2. Februar sein. Es sei "realistisch, zu erwarten", dass das Dokument Ende März dem UNO-Sicherheitsrat vorgelegt werde. Einige Wochen später könnten dann die Beratungen in New York stattfinden.

Gerüchten zufolge soll der finnische Ex-Präsident eine Art "überwachte" oder "bedingte" Unabhängigkeit für die seit 1999 von der UNO verwaltete Provinz vorschlagen. Dies lehnt Belgrad ab, während Prishtina für eine volle Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz kämpft. Aus Belgrad gab es zunächst keinen Kommentar zum Treffen. Kosovo-Premier Agim Ceku bestätigte, die Serben würden künftig "ihre Verwaltung und Bildung kontrollieren und sogar einen Einfluss auf die Politik haben können". An einer Unabhängigkeit der Provinz gebe es aber "keinen Zweifel", sagte er. (APA, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.1.2007)