Los Angeles/Wien - "Der Zahn der Zeit hat dem physischen Glanz des Terminators ein Ende bereitet." Unter diesem Kommentar veröffentlichte die "Los Angeles Times" Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart des gebürtigen Steirers, früheren Bodybuilders, Filmstars und derzeitigen kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger, der bereits auf die Sechzig zugeht.

Nach Angaben der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" handelt es sich um einen "gnadenlosen Rückblick" auf die vergangenen 40 Jahre des "Gouvernators". Die Zeit, so die "Los Angeles Times", habe ihre Spuren auf "einem der schönsten Körper aller Zeiten" hinterlassen. Auf den Fotos des jungen Bodybuilders sei gleichzeitig ein Herkules und Apollo zu sehen. Auf einem kürzlich während eines Urlaubs auf Hawaii geschossenen Bild sehe man dagegen einen alten Mann mit eingefallener Brust, mächtigem Bauch und grauer Behaarung.

Jede Menge Plastik

Der Erfolg Schwarzeneggers in seinem "politischen Körper" habe sich nicht in der "Politik des Körpers" wiederholt, ätzt das Blatt. Der physische Verfall des einstigen Symbols körperlicher Perfektion sei für den Gouverneur bitter. Die Zeitung erinnert auch daran, dass sich Arnold mehreren Operationen unterziehen musste. So erhielt er eine künstliche Herzklappe. Zudem wurde er an der Schulter und mehrmals an einem Bein operiert. In seinem Körper gebe es jede Menge Plastik- und Stahlteilchen.

"Ich bin ein Bionic-Mann", scherzte Schwarzenegger unter Verwendung des englischen Begriffs für die Verbindung von Biologie und Technik. Es sei eben das Schicksal von Athleten, die ständig Unfallgefahren ausgesetzt seien. In einem TV-Interview berichtete er zudem über die Schmerzmittel, die er täglich einnehmen müsse.

Den letzten Rest seiner Fitness verlor er nach einem Sturz beim Skifahren während der Weihnachtsferien in Idaho. Er brach sich ein Bein, das schon einmal gebrochen war. Wochenlang trat er in der Öffentlichkeit mit Krücken auf - im kalifornischen Parlament wie bei den Golden Globes in Hollywood. Er kann nicht mehr wie früher zwei Mal täglich an den Kraftgeräten trainieren, auch nicht mehr joggen und Motorrad-fahren. Dagegen will er auf seine kleinen Laster wie Wein oder Zigarren nicht verzichten.

Sein persönlicher Arzt Kevin Ehrhart bescheinigt ihm aber eine "perfekte Gesundheit". Er gehöre zu den fünf Prozent der gesündesten Menschen seines Alters.

Bei dieser Gruppe kommt Arnie auch ganz gut an. Laut dem "Kommunikations-Guru" Marty Kaplan sei es "für uns alle eine Erleichterung, zu sehen, dass die Zeit und die Natur sogar den Terminator bezwungen haben." Heute erscheine "Schwarzy" menschlicher und zugänglicher, weniger einschüchternd und bedrohlich, so Kaplan. (APA)

*****

Link Los Angeles Times