Zagreb/Den Haag - Die beiden der Kriegsverbrechen angeklagten kroatischen Generäle Mladen Markac und Ivan Cermak müssen am 8. Februar in UNO-Haft. Das berichteten kroatische Zeitungen am Samstag. Einen Tag später, am 9. Februar, ist eine erste Verhandlung ("Statuskonferenz") angesetzt, bei der entschieden wird, ob die beiden Generäle bis zum Beginn der Gerichtsverhandlung am 7. Mai in Haft bleiben.

Das UNO-Tribunal in Den Haag entschied, die beiden Generäle verhaften zu lassen, weil Cermak die Hausarrest-Regeln übertreten hatte. Laut der Erklärung des Gerichtsrates will das Tribunal "von Cermak persönlich eine Erklärung darüber hören". Der frühere Militär, der sich bis zum Beginn seines Prozesses im Hausarrest, soll sich zu Monatsbeginn mindestens drei Mal von seinem Heim in Krapinske Toplice 50 Kilometer nördlich von Zagreb in die kroatische Hauptstadt begeben haben.

Mitte Jänner veröffentlichte die kroatische Wochenzeitung "Globus" Fotos von Cermak in Zagreb. Dort wurde der angeklagte General am vergangenen Sonntag auch von einem APA-Reporter in einem Restaurant gesichtet. Laut "Globus" darf Cermak nur zu geschäftlichen Zwecken von Krapinske Toplice in die Hauptstadt fahren.

Cermak und Markac werden zusammen mit General Ante Gotovina Verbrechen gegen serbische Zivilisten während und nach der Operation "Sturm" (Oluja, 4. bis 7. August 1995) vorgeworfen. Es wird damit gerechnet, dass die Gerichtsverhandlung zwölf bis 14 Monate dauern wird.

Nach seiner Anklage im Juli 2001 war Gotovina bis Dezember 2005 auf der Flucht, bis er auf den Kanarischen Inseln gefasst und dem Haager Tribunal übergeben wurde. Cermak und Markac stellten sich nach ihrer Anklage im März 2005 freiwillig dem ICTY. Sie wurden bis Prozessbeginn auf freien Fuß gesetzt und leben in Kroatien. Alle drei plädierten auf "nicht schuldig". (APA)