Mit einer Doppelstrategie auf den Feldern Print- und Internet will sich der deutsche Holtzbrinck-Verlag für die Herausforderungen in der Medienbranche fit machen. "Wir müssen in Zukunft zweigleisig fahren", sagte Jochen Gutbrod, Finanzgeschäftsführer der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ("Zeit", "Handelsblatt") der "Welt am Sonntag".

Schwerpunkte seien die Entwicklung zielgruppenspezifischer Produkte rund um die bestehenden Printmedien sowie der Auf- und Ausbau von Geschäftsfeldern auf dem Internetsektor. "In drei, vier Jahren wollen wir damit ein Viertel unseres heutigen Umsatzes erwirtschaften", sagte Gutbrod. "Die traditionellen Marken sind und bleiben unser starkes, profitables Standbein."

Mit Online-Aktivitäten setzten die Stuttgarter nach Gutbrods Angaben im vergangenen Jahr einen "deutlich dreistelligen Millionenbetrag" um, der bis 2011 auf 500 Mio. Euro anwachsen soll. Zuletzt hatte Holtzbrinck durch den Erwerb der Studenten- Onlinecommunity "Studi VZ" für Aufsehen gesorgt. Zur Frage nach dem Kaufpreis, den Branchenkenner auf 85 Mio. Euro schätzen, machte der Finanzgeschäftsführer keine näheren Angaben. Neben Online-Rubrikenmärkten betreibt Holtzbrinck in Deutschland auch eine Partnerschaftsbörse, ein Auktionsportal für Patienten, Online-Ratgeber und rund dreißig weitere Internetaktivitäten.

Nach Angaben des 43-Jährigen hat die Verlagsgruppe ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2006 um mehr als sechs Prozent gesteigert. Im Vorjahr habe er bei 2,086 Mrd. Euro gelegen. (APA/dpa)