La Paz - Boliviens Präsident Evo Morales will das größte Telekommunikationsunternehmen des südamerikanischen Landes, Entel, verstaatlichen. "Es gibt eine tiefschürfende Diskussion unter Juristen des Staates, wie Entel, das einmal eine staatlich kontrollierte Firma war, zurückzubekommen ist", sagte der Linkspolitiker am Sonntag. "Wir müssen Studien erstellen. Wir sind verpflichtet, alle Unternehmen wieder in Staatseigentum zu überführen, die einmal vom Staat geführt wurden."

Entel wird zurzeit von dem Konzern Telecom Italia kontrolliert. Die Italiener verlangen dem vor knapp zwei Wochen zurückgetretenen Minister für öffentliche Arbeiten Salvador Ric zufolge 170 Millionen Dollar für seinen 50-Prozent-Anteil. Entel kommt für 80 Prozent des Marktes für Ferngespräche in Bolivien auf. Im Mobilfunkgeschäft verfügt es über einen Marktanteil von fast 70 Prozent.

Morales hatte die Energie-Industrie des Landes im Mai 2006 unter die Kontrolle des Regierung gebracht. Erklärtes Ziel der Verstaatlichungen ist es, die Gewinne der Unternehmen im Land zu halten und für das Gemeinwohl zu nutzen. Gegner kritisieren, dass die Nationalisierungen ausländische Kapitalgeber abschreckten. (APA/Reuters)