Das war sie also, die „Grundsatzerklärung“ von Heinz-Christian Strache. Das hatten wir früher auch schon, nur von Haider. Er hat sich vom Nationalsozialismus distanziert, vielleicht eine Spur deutlicher als Haider. Und: „Ich war nie Neonazi.“ Toll.

Das legitimiert in Österreich schon zu einer politischen Karriere. Strache will sicher keinen Vernichtungskrieg beginnen und Gaskammern bauen. Aber seine „Erklärung“ ist genau deswegen ziemlich wertlos. Er hätte dazusagen müssen: „Ich habe nie gegen Ausländer und Muslime gehetzt. Ich habe nie Menschenhass als politisches Mittel eingesetzt.“

Man kann sich nicht von den NS-Verbrechen distanzieren – sozusagen historisch – und im aktuellen politischen Alltag essenzielle NS-Bausteine wie Fremdenhass, Gewaltlösungen, autoritäres Denken einfach frisch-fröhlich weiterverwenden. Da hängt einer metaphorisch das Hitlerbild zu Hause ab, obwohl er findet, dass es eigentlich ganz gut gemalt ist.

Da will einer kein Nazi sein und hält noch vor zwei Jahren eine „Totenrede“, die in klassischem rechtsradikalem Sprach-Code das Dritte Reich relativiert. Aber Heinz-Christian Strache hat sich distanziert. Die SPÖ ist’s zufrieden. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2007)