Moskau - Die russischen Behörden haben Ermittlungen gegen den Ölproduzenten Russneft eingeleitet. Mehrere Manager seien verhört worden, teilte der Konzern am Montag mit. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, es werde wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Russneft lehnte einen Kommentar dazu ab.

Experten gehen davon aus, dass die Ermittlungen für erhebliche Unruhe auf dem russischen Aktienmarkt sorgen könnten. Der Druck auf das Unternehmen könne von staatlichen Energiekonzernen ausgegangen sein, die Interesse am Kauf von Russneft-Anteilen oder des ganzen Konzerns hätten.

Russneft war von seinem Chef Michail Guzerijew und dem Schweizer Rohstoffhändler Glencore geschaffen worden und hat seitdem umfassend in der Ölförder- und Raffineriebranche zugekauft. Das rasant gewachsene Unternehmen mittlerer Größe war bereits im vergangenen Jahr wegen angeblicher Überschreitung der erlaubten Förderkapazitäten ins Visier der Behörden geraten. Der spektakuläre Zusammenbruch des einst größten russischen Ölunternehmens Yukos hatte mit Steuer-Ermittlungen der Behörden begonnen. (APA/Reuters)