Nur drei Jahre hielt die Medienehe zwischen Nord- und Südtirol: Die Bozener Athesia verkauft ihre 50 Prozent an der Innsbrucker Moser-Holding wieder an die Erben des Gründers. Damit gehören Tiroler Tageszeitung und ihre Neue-Ableger, Bezirksblätter bis Niederösterreich und Magazine, das Kabel-TV-Netz Telesystem und Life Radio alleine der JS Moser Medien-Treuhand GmbH. Die Moser Holding zählt mit 125 Millionen Euro Umsatz zu Österreichs sechs größten Medienkonzernen.

In diesen 125 Millionen sind die zum Jahreswechsel übernommenen 25,1 Prozent an der Oberösterreichischen Rundschau noch nicht berücksichtigt: eine der größten heimischen Wochenzeitungen mit 40 Millionen Umsatz.

Expansionskurs

Am Expansionskurs der Moser Holding stieß sich nach STANDARD-Infos der Südtiroler Hälfteeigentümer. Genauer: Michl Ebner, dessen Familie die relative Mehrheit an der Athesia und ihrer Tageszeitung Dolomiten hält, konzentriert sich lieber auf den regionalen Markt. "Da gab es immer mehr Differenzen", sagt Moser-Aufsichtsratschef Ernst Buob dem STANDARD. Athesia-Gesellschafter Rudolf Rimbl trägt indes die Expansionsstrategie der Nordtiroler mit und bleibt in deren Aufsichtsrat.

Ebner, EU-Abgeordneter der Süd- und Vorstand der Nordtiroler Volkspartei sagen Insider politisches Sendungsbewusstsein bei den Moser-Blättern nach. Buob nennt einen Vertrag von 2003, der Eingriffe der Aktionäre dort verhindert, "richtig und wichtig".

Überlegungen zu strategischen Partnerschaften

Laut Buob überlegt man strategische Partnerschaften, die Familie behalte aber die Mehrheit. Eugen Russ (Vorarlberger Nachrichten, Aufsichtsrat bei Moser) wollte 2002 einsteigen, kommentiert die Möglichkeit nun nicht. Max Dasch (Salzburger Nachrichten), war in den Achtzigern interessiert und winkt heute wie Styria-Chef Horst Pirker ab. In Tirol wird nun Interesse der Moser Holding an den SN kolportiert. (Benedikt Sauer, Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 1.2.2007)