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Der Start des neuen Microsoft Betriebssystems Windows Vista schlägt sich zwar primär noch nicht in enormen Verkaufszahlen, dafür aber in zahllosen Berichten und Meldungen nieder. Einen interessanten Aspekt bringt der US-Journalist Joe Hutsko ein, in seinem Artikel "A Mac user switches to Vista" liefert er einen Erfahrungsbericht über seinen Plattformwechsel zwischen Mac OS und Vista ab.

"Den Artikel zuerst zu Ende lesen"

Gleich zu Beginn wendet sich Hutsko an die Apple-Gemeinde und ersucht keine übereilten Hass-E-Mails an ihn zu schreiben: "Sagt man etwas Kritisches über Microsoft so kratzt es keinen, sobald man aber auch nur eine kleine Andeutung in Richtung Macintosh bekommt man eine Welle von Hass-E-Mails mit einem generellen Trend zu religiösem Fanatismus. So bevor ich beginne, weise ich darauf hin, dass alle E-Mails zu diesem Artikel ohne Antwort gelöscht werden."..."Lesen Sie weiter und bitte, bevor Hass-E-Mails geschrieben werden, lesen Sie den ganzen Artikel".

"Ich liebe Apple"

Dann hält Hutsko noch fest, dass er "Apple und Apple-Produkte" liebe, aber nach dem Motto "Leben und leben lasse" lebe - egal ob es nun in der Religion. Politik oder der persönlichen Vorliebe für die Computerwahl ginge. "Diese Geschichte richtet sich an alle, die es betrifft oder interessiert wie es so geht, wenn man vom Mac auf Microsofts wunderschönes neues Betriebssystem Windows Vista wechselt".

Vom PowerBook zu HP

Hutsko vollzog seinen Wechsel schon vor einigen Wochen und tauschte sein 12-Zoll-PowerBook (zunächst) gegen ein 17-Zoll-HP-Widescreen-Notebook. "Windows Vista bietet einen eindrucksvollen ersten Eindruck. Vom Startup-Bildschirm, über den Desktop und die Icons bis hin zu den Menüs - alles rasiermesserscharf und super-glänzend". Auch das HP-Notebook war stark genug um die neue Aero-Oberfläche samt den neuen optischen Möglichkeiten, wie etwa Flip 3D, zu nutzen. "Sehr positiv und bezaubernd und so sinnvoll wie Macs F9 Expose-Feature", welches alle offenen Fenster auf eine Bildschirmgröße minimiert und so alle Anwendungen gleichzeitig betrachten lässt.

Internet Explorer 7

"Ich habe dann noch mehr Programme geöffnet, so etwa den neuen, sehr schönen Internet Explorer 7, der nun - ebenso wie Safari and Firefox - Tabbed Browsing bietet. Dazu noch die 2007er-Version von Microsoft Word und Outlook und den neuen Windows Media Player 11. Alle diese Programme waren mir von Beginn an sehr vertraut und sahen besser aus als jemals zuvor". Auch der Live-Einblick in Programme, wenn man mit der Maus über die Task Bar fährt, beeindruckte den "Switcher". So wurde etwa ein Spiele-Trailer auch im minimierten Fenster ohne Probleme weitergegeben.

Die erste Hürde

"Nun war es an der Zeit meine wichtigsten Daten meines PowerBook, unter anderem E-Mails, Kontakte und Kalender zu importieren. Da viel Zeug auf meinen Palm Treo 680-Smartphone liegt, entschied ich mich die Palm Desktop-Software zu installieren und über HotSync in Outlook 2007 zu übertragen". Das war die erste Hürde. Palm unterstützt Windows Vista nämlich noch nicht, so der Autor, obwohl es oftmals dann trotzdem funktioniert. Die sei potenziell bei vielen Programmen der Fall die unter Windows XP laufen, aber nicht unter Vista - zumindest bis die Updates verfügbar sind. "Dennoch gelang es mir die Kontakte zu synchronisieren". Bei den Sticky Notes gab es weiter Probleme, aber auch diese konnten letztendlich gelöst werden.

E-Mails

Tausende E-Mails zwischen den Plattformen zu verschieben, war dann gleich die nächste große Herausforderung - im Gegensatz zu Outlook bietet das Mac-Mailprogramm keine "export-all-mail"-Funktion; daher mussten die Mail einzeln transferiert werden. Der Autor vermeldet aber, dass es eine kostenpflichtige Lösung für diese Problematik gäbe. Diese "Interaktion" zwischen den Mailprogammen hat es dem Autor angetan und wird auch als ein großer Schritt bezeichnet. Was er jedoch nicht an Outlook schätzt ist der Umgang mit den individuellen E-Mail-Accounts und dem Umstand, dass alle Mails in eine einzige Inbox gestopft werden. Apples Mail biete hier eine bessere Lösung. Allerdings schaffte es Hutsko dann doch ein paar E-Mail-Regeln festzulegen, um Outlook dazu zu bringen, die E-Mail-Flut aufzuteilen.

Musik & Medien

Vistas inkludierte Software "Photo Gallery" bewertet der Autor besser als Apples "iPhoto", da die Mac-Version die Bilder immer nur nach dem Aufnahmedatum sortiere und es keinen einfachen Weg gäbe die Bilder ein bereits existierenden Ordnern zu organisieren. Auch auf der Musikfront setzt sich der Windows Media Player gegen Apples iTunes durch, besonders in Bezug auf das Auffinden von Album-Information und die Online vorhandenen Artworks. Der Media Player schafft es jedoch nicht sich mit dem iPod zu synchronisieren und Lieder abzuspielen die über iTunes erworben wurden, so Hutsko. Auch hier musste zum Workaround gegriffen werden. Mit dem Zune, den der Autor von Microsoft zum Testen erhielt, gab es hingegen keine Probleme - auch würden die mitgelieferten Kopfhörer besser sein als jene von Apple. Als Vorteile wird auch das größere Display genannt, ein Nachteil ist die fehlende Uhr.

Xbox

Auch die enge Integration des Media Center mit der Xbox 360 gefiel. Das Vista-Notebook dazu zu bekommen, die Xbox zu erkennen war "sehr, sehr einfach. Wenig später konnte ich mir im Wohnzimmer über die Spielekonsole meine Filme und Bilder ansehen". Aufgrund der Größe und des Gewichts wechselte der Tester von seinem HP dv9000 auf ein kleines, aber leistungsstarkes Dell 12-Zoll-Widescreen-Notebook um die Mobilität auszutesten. Dank der in Vista integrierten Funktion "Easy Transfer" und einem USB-Kabel soll der Datentransfer zwischen den Notebooks diesmal keinerlei Probleme gemacht haben. Hier war Microsofts-Technik ebenso gut wie Macs Migration Assistant.

Dell-Probleme

Die ersten Probleme ergaben sich dann mit der neuen Hardware. Da Dell entschied, dass die Lüfter an der Unterseite des Notebooks sitzen müssen, war es nicht so einfach das Gerät auf seinen Beinen ausbalanciert zu nutzen und das andauernde Laufen der Lüfter war nervend, meint Hutsko. Das Gerät war dann nach einiger Zeit dennoch zu heiß.

Sicherheit

Hutsko berichtet, dass ihm vor einigen Jahren, trotz Sicherheits-Software und drei Anti-Spyware-Programmen ein Betrüger seine Kreditkartendaten stahl und er daraufhin endgültig zu Apple wechselte. "Ich bin glücklich zu berichten - und Microsoft ist sicherlich noch froher, dass ich keinerlei Anzeichen einer Internetbedrohung ausmachen konnte, seit ich mit Vista arbeite. Firewall, Windows Defender und Anti-Spyware-Software sind inkludiert und bieten Schutz bei der Wahl des Virenschutzes hat man freie Wahl.

Es sind die kleinen Dinge

Die beste Anwendung, die Macs haben und Windows nicht, sei die systemweite Rechtschreibprüfung, meint Hutsko. Auf Platz Zwei liegt das systemweite Wörterbuch. Es gäbe zwar hier auch Zusatzprogramme für Vista, aber keines würde auch ur annähernd so gut sein, wie das Apple-Angebot. Auch die Desktop-Suche war bis zu Vista fest in Händen Apples, so die Meinung des Autors. Bei Vista könne man nun zwar die Suche schneller aufrufen, aber dennoch sei Spotlight ausgereifter. Das Dashboard bei Apple, eines der wesentlichen Goodies bei Mac OS mit seinen Widgets hat in Windows Vistas Sidebar und Gadgets nun seinen Widerpart. Im Gegensatz zu der Mac-Anwendung bliebe Microsofts Sidebar jedoch immer an der gleichen Stelle.

Der Wechsel vom Wechsel

Nach allen Erkenntnissen war Hutsko nun bereit bei Vista zu bleiben und suchte nun nurnoch die "ultimative Maschine". In die engere Auswahl kamen die seiner Meinung nach "best ausehendsten Windows-Notebooks" aus dem Hause Sony. Die FX-Serie tat es Hutsko an, doch auch hier waren die Ventilatoren an der Gehäuseunterseite und damit war ein schweres Manko gefunden. Auf dem Weg nachhause kam er an einem Apple-Shop vorbei und sah in der Auslage zwei MacBooks, die mit ihren hellen Displays über den Windows-PCs stünden. Zuhause angekommen, wurde die Apple Webseite unter die Lupe genommen und die Vorankündigungen zum nächsten großen Betriebssystemupdate "MAC OS X Leopard" studiert. "Viele neue nette Funktionen, darunter auch die Einbindung der Sticky Notes in das Mailprogramm". Auch die Möglichkeit "Screen-Set" von virtuellen Desktops zu speichern waren für Hutsko Grund zur Freude. Gefallen fand zudem die Ankündigung der neuen Parallels-Software, die es ermöglicht, Windows XP (oder Vista) auf dem Mac laufen zu lassen. "Stellen Sie sich vor Vista auf einem einfachen, sauberen MacBook laufen zu lassen, dass keine Ventilatoren an der Unterseite hat? Da es kein einziges Windows-Programm gibt, auf das ich angewiesen bin, ist das eine interessante Überlegung".

Das Fazit

"Und dann begriff ich, warum ich von Mac zu Windows Vista gewechselt war; weil es neu ist. Weil ich neugierig war, nicht nur weil es mein Job ist. Weil ich an die zweite Chance glaubte. Oder auch an die dritte oder vierte oder fünfte. Ich bin ganz sicher von Windows Vista beeindruckt, zumindest bis zu diesem Punkt, dass ich es als eine Option von Freunde oder Familie respektiere, wenn sie sich dafür entscheiden. Aber ich vermisse meinen friedvollen, Zen-ähnlichen Mac. Für mich arbeitet er genau richtig, ohne dass ich immer groß darüber nachdenken muss. So entschied ich mich erneut für einen Wechsel. Von Vista zurück zu Mac und auf ein brandneues, weißes MacBook".(red)