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Bei der Zählung am 15. Jänner wurden weniger Wasservögel als in den Vorjahren gesehen.

Foto: APA/dpa/Daniel Karmann
Wien - Die jährliche Zählung der Wasservögel, die in diesem Jahr am 15. Jänner durchgeführt wurde, brachte für Österreich ein eher mageres Ergebnis. Akut liegt das laut Gabor Wichmann von BirdLife Österreich am warmen Winter. Wasservögel zählen aber generell zu den Sorgenkindern der Naturschützer.

"Die Zahlen waren deutlich niedriger als in den Jahren zuvor", so der Ornithologe. Die genaue Auswertung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Durch das warme Wetter seien viele Tiere noch weiter im Norden geblieben. Außerdem sind viele stehende Gewässer nicht zugefroren, wodurch sich die Vögel auf ein größeres Gebiet als in kälteren Wintern verteilen. Erst wenn viele Tümpel, Weiher und Seen zugefroren sind, finden sich die vorhandenen Wasservögel zu großen Schwärmen etwa auf Fließgewässern zusammen.

Weniger Kleingewässer

Bezüglich langfristiger Trends der Bestandszahlen bereiten Wasservögel Naturschützern schon seit langem Kopfzerbrechen. Auch wenn das Bewusstsein für die Bedeutung der letzten Feuchtgebiete gewachsen ist, verschwinden nach wie vor Kleingewässer aus der Landschaft. Etwa die Errichtung von Dämmen für den Hochwasserschutz gehört zu den Maßnahmen, die von Naturschützern immer wieder bemängelt werden. So gehen für Wasservögel wertvolle Augebiete verloren.

Es gibt aber auch positive Beispiele. So erfreuen sich etwa die March-Auen im Osten Niederösterreichs in den vergangenen Jahren etwa bei Störchen steigender Beliebtheit. Die Zahl der Brutpaare in Niederösterreich ist - oft entgegen dem Trend in anderen Bundesländern - gerade in der jüngsten Vergangenheit häufig gestiegen.

Die Bedrohung von Wasservögeln ist kein österreichisches Phänomen. Erst kürzlich bescheinigte eine internationale Studie, dass 44 Prozent der weltweit 900 Arten in den vergangenen fünf Jahren zurück gegangen sind. Am stärksten von dieser Entwicklung betroffen ist demnach Asien. Hauptursache dieses Trends ist der Verlust von Lebensräumen. (APA)