Banja Luka / Wien - Die ÖVAG kauft über ihre Ostbanken-Tochter Volksbank International (VBI) die bosnische Zepter komerc banka. Der Kaufpreis soll 40 Mio. Euro betragen, berichtet die Tageszeitung Nezavisne novine unter Berufung auf informierte Kreise. Für den 5. Februar habe die VBI eine Pressekonferenz in Banja Luka angesetzt, bei der über die "Integration der Zepter banka in die Volksbankengruppe" informiert werden soll. Am selben Tag will die ÖVAG in Wien über ihre weitere Expansion berichten.

Dass sich die Gespräche zwischen der ÖVAG und Zepter kurz vor dem Abschluss befanden, war nach Angaben von Beobachtern auch am regen Handel mit Zepter-Aktien an der Börse in Banja Luka zu erkennen. Außerdem sei das Brokerhaus "Zepter broker" wieder direkt der Bank unterstellt worden, was als Voraussetzung für den Verkauf der bosnisch-serbischen Bank gegolten habe.

Die Zepter komerc banka ist Teil des Firmenimperiums des Geschäftsmanns Filip Zepter und gehört zu den mittelgroßen Banken im bosnischen Teilstaat Republika Srpska. Die Zepter banka hat 15 Filialen und beschäftigt 190 Mitarbeiter. Im 1. Halbjahr wurde ein Gewinn von 831.000 Konvertiblen Mark (438.522 Euro) erwirtschaftet.

Die Volksbank ist bereits seit dem Jahr 2000 in Bosnien präsent und beschäftigt dort knapp 260 Mitarbeiter in 20 Filialen. Durch den Zusammenschluss mit Zepter entsteht eine der größten Banken am bosnischen Markt, der inzwischen von österreichischen und italienischen Banken dominiert wird.

Auch Raiffeisen, die Kärntner Hypo, die Steiermärkische Bank sowie Bank Austria Creditanstalt (UniCredit) und Banca Intesa sind in Bosnien vertreten. Ein bedeutender Player ist auch die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB). (APA)