Graz/Wien - Beim ÖBB-Aufsichtsrat gibt es einen Wechsel an der Spitze: Wie der Sprecher von Infrastrukturminister Werner Faymann dem STANDARD am Freitag bestätigte, wird Aufsichtsratspräsident Wolfgang Reithofer sein Mandat zurücklegen.

Bei der Hauptversammlung, voraussichtlich Anfang Juni, werde ein Nachfolger gewählt. Als aussichtsreichster Nachfolgekandidat gilt Porr-Chef Horst Pöchhacker, dessen Vertrag als Unternehmenschef heuer ausläuft.

Ablöse galt als fix

Schon seit dem Regierungswechsel im Jänner galt eine Ablöse Reithofers bei den ÖBB für so gut wie fix. Reithofer versicherte aber am Freitag, dass sein Rücktritt mit dem Regierungswechsel nichts zu tun habe. Mit Faymann gebe es fast überall Konsens, sei es über die weiteren Reformschritte bei den ÖBB, sei es über seinen Nachfolger im Aufsichtsrat.

Reithofer war im März 2004 vom damaligen Verkehrsminister Hubert Gorbach (BZÖ) zum obersten Bahn-Kontrollor berufen worden. Der heute 58-jährige Generaldirektor des Ziegelkonzerns Wienerberger folgte damals auf Drängen der ÖVP dem von Gorbachs Vorgänger Monika Forstinger entsandten Generaldirektor von Opel Austria, Franz Rottmeyer, nach. Unter Reithofers Aufsichtsratsvorsitz waren die ÖBB unter dem Dach einer Holding in vier operative Aktiengesellschaften für Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur Bau und Infrastruktur Betrieb geteilt worden. Sein derzeitiger Vertrag als Wienerberger-Generaldirektor läuft noch bis 2011. (red, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.2.2007)