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Deutsche Magazinmacher mögen Tracht: Leonie Rief und Anna-Sophie Jochum als Merian-Covergirls.

Foto: APA/Vorarlberg Tourismus / Merian
Bregenz/Hamburg - Ein Merian mit zwei pfiffigen Trachtenmädchen auf dem Cover soll Lust auf Vorarlberg machen: "Wo Hemingway die Gipfel stürmte, Walser siedelten und heute moderne Architektur und Kunst ihren fixen Platz haben". Merian-Chefredakteur Andreas Hallaschka präsentierte vergangene Woche in der Hamburger Handelskammer das Heft. Vorarlberg habe man sich als Thema ausgesucht, weil der Chefredakteur bei der Programm-Konferenz ein Aha-Erlebnis hatte. Er, der nicht wusste "wo denn dieses Vorarlberg überhaupt liegt", musste erfahren, dass einige seiner Mitarbeiter dort regelmäßig Urlaub machen.

Landeshauptmann Herbert Sausgruber (VP) verwies denn in Hamburg auch auf die Vielfalt des Landes und seiner Wirtschaft. Angeregt wurde das Heft vom Vorarlberg Tourismus. Christian Schützinger, Direktor des Landesverbandes, sieht im Magazin eine weitere Möglichkeit seine Vision vom "Sehnsuchtsraum Berge" zu verbreiten. Noch mehr Qualitätstourismus mit Gästen, die intakte Umwelt und landschaftliche Schönheit schätzen, möchte er ins Land bringen. Eine Schiene, der auch das neue Tourismus-Konzept, vom Land kürzlich zur Begutachtung versendet, folgt.

Bitte keine Massen

"Qualität vor Quantität" laute die Devise, versichert Landesrat Manfred Rein (VP). Man lehne touristische Infrastrukturen, die Massen anziehen, ab. "Große Gebiete" wolle man "von einer Intensiverschließung freihalten", steht im Konzept-Entwurf. Man wäre gerne das Reiseziel "sensibler" Touristen, sagen Rein und Schützinger. Vom freiheitlichen Regierungspartner kommt Gegenwind. "Zurück an den Start", fordert FP-Klubobmann Fritz Amann. Er hätte gerne eine Dachmarke, wie sie die Tiroler haben. Und: "Das Konzept darf nicht an den Touristikern vorbei gemacht werden." Womit Amann die Montafoner Touristiker meint, die lautstark eine "Vision" einfordern. "Bottom-up" müsse man diese Zukunftsideen erarbeiten, heißt es auf montafonerisch. Für die Gegenwart wünscht man sich im Montafon Messinstrumente, um "rasch nach der Saison sagen zu können, ob mehr Geld im Land geblieben ist oder nicht".

Im Mekka der Ski-Tagestouristen, wo man im Gegensatz zum Landeskonzept die Massen im Visier hat, möchte man außerdem Verkehrsentlastung durch alternative Verkehrsmittel, heißt es in der Stellungnahme zum Landeskonzept. "Wer gute Ideen hat, soll sie einbringen. Wir finanzieren Projekte gerne", sagt dazu Landesrat Manfred Rein.

Vorarlberg ist mit acht Millionen Nächtigungen im Alpenländer-Vergleich eine mittelgroße Tourismusregion. Tourismus- und Freizeitwirtschaft machen rund 14 Prozent des Bruttoregionalprodukts aus. Mit 12.500 Arbeitsplätzen liegt man im Regionenvergleich im Spitzenfeld. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.2.2007)