Wien – Mit Ende Jänner hat die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) beim Kartellgericht einen Antrag auf Geldbuße gegen führende österreichische Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller eingebracht. Der Grund: mutmaßliche Beteiligung an Kartellabsprachen "über die Zuteilung von Projekten bzw. eine Marktabteilung", so Thomas Hölzl von der Bundeswettbewerbsbehörde. Außerdem, so die BWB, handelt es sich dabei um Absprachen über Marktinformationen im Hinblick auf die Neuererrichtung, Wartung, und Modernisierung von Aufzügen und Fahrtreppen im gesamten österreichischen Bundesgebiet.

Bei der BWB geht man davon aus, dass diese Kartellabsprachen seit Ende der 80er-Jahre bis zumindest Mitte 2004 stattfanden. Derartige Absprachen sind ein schwerer Verstoß gegen europäisches und österreichisches Kartellrecht, erklärt Hölzl gegenüber dem Standard. Gegen welche Unternehmen sich der Verdacht konkret richtet, wird von der Bundeswettbewerbsbehörde nicht bekannt gegeben. Es handle sich jedoch um die wichtigsten Unternehmen der Aufzug- bzw. Fahrtreppen-Branche, heißt es vonseiten der BWB.

Laut Arbeiterkammer-Bericht über die Metallbranche vom September 2006 wird der österreichische Markt von vier Töchtern ausländischer Konzern dominiert: Otis (Mutterkonzern United Technolgies, USA) Schindler (Schweiz), ThyssenKrupp (Deutschland) sowie Kone (Finnland). Auch über die Höhe der möglichen Geldstrafe wollte die BWB keine Auskunft geben. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2007)