Seoul - Die südkoreanische Regierungspartei Uri hat durch den Austritt von 23 Abgeordneten ihren Status als stärkste Fraktion im Parlament verloren. Die Gruppe der abtrünnigen Volksvertreter entschuldigte sich am Dienstag in Seoul für ihr Vorgehen und kündigte zugleich Pläne zur Bildung einer neuen Partei an. Ihren Austritt begründeten sie mit den geringen Zustimmungswerten in der Bevölkerung zur Partei. Im Dezember wird ein neuer Staatspräsident gewählt, im Frühjahr 2008 finden Parlamentswahlen statt.

Innerhalb der Uri-Partei ("Unsere Partei"), die 2003 als liberale Reformpartei gegründet wurde, findet bereits seit Wochen eine Debatte über eine mögliche Auflösung statt. In den vergangenen zwei Wochen hatten bereits mehrere Abgeordnete der Partei den Rücken gekehrt. Umfragen haben ergeben, dass die Südkoreaner vor allem mit den steigenden Immobilienpreisen und der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind.

Durch die jüngsten Austritte bei Uri ist nun die konservative Große Nationalpartei (GNP) mit 127 Mandatsträgern größte Fraktion in der 299 Sitze zählenden Nationalversammlung. Als zweitgrößte Fraktion verfügt Uri jetzt nur noch über 110 Sitze. (APA/dpa)