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Foto: AP/Courtesy of David Forthoffer
Grants Pass/Oregon - Naturschützer in Nordamerika sind alarmiert von einem dramatischen Bestandsrückgang des Marmelalks. Der schwarz-weiß gefärbte Meeresvogel mit dem wissenschaftlichen Namen Brachyramphus marmoratus steht den Interessen der amerikanischen Holzindustrie im Weg. Jetzt wurde bekannt, dass es auch in Alaska und Westkanada ohne Rodungen von Wäldern immer weniger Marmelalke gibt.

So ging ihr Bestand in Alaska und Kanada in den vergangenen 25 Jahren um etwa 70 Prozent zurück. In Alaska leben nach Angaben von Naturforschern der Organisation Geological Survey (USGS) noch etwa 270.000 Marmelalke. In der kanadischen Provinz sind es noch 54.000 bis 92.000. Projektleiter John Piatt sagte, es gebe keinen erkennbaren Grund für die dramatische Entwicklung.

Selbst in der Glacier-Bucht von Alaska, wo es keinerlei Rodungen gegeben habe, sei der Bestandsrückgang zu beobachten. Möglicherweise seien daher auch natürliche Einflüsse oder Veränderungen im Meeresklima am Werk, sagte der Ornithologe.

Geplante Schutzaufhebung

In Alaska ist der Marmelalk nicht geschützt. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush will den Alk auch in den Pazifikstaaten Oregon, Washington und Kalifornien von der Liste der bedrohten Arten nehmen, um die wegen des Schutzes bestehenden Einschränkungen für Rodungen aufzuheben. Dies wird von Unternehmen der Holzindustrie gefordert.

Der Marmelalk brütet in alten Wäldern fern von der Küste, am liebsten bei Mammutbäumen. Der Meeresvogel fliegt bis zu 80 Kilometer ins Landesinnere, um in einem auf Zweigen angelegten Nest seine Eier zu legen. (APA/AP)