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"Die Besten sind vorn, das ist schön", sagte Götschl (re). Sie versicherte, dass sie sich für Pärson (Mitte) und Kildow (li) freue. Und natürlich für sich selbst.

Foto: APA/Gindl
Åre - Anja Pärson kann einfach nicht genug kriegen. Zwölf Medaillen hatte sie schon gesammelt bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, und weil das nicht reichte, gewann sie am Dienstag Super-G-Gold und also die 13. Sie verteidigte ihren Titel von Bormio.

Ja natürlich, Pärson sagte: "Das war viele Jahre lang ein Traum von mir, bei der Heim-WM Gold zu gewinnen. Aber dass ich es gleich im ersten Bewerb schaffte, ist erstaunlich." Mit dem Sammeln begonnen hat Pärson, die von Vater Anders trainiert wird, 2001 bei der WM in St. Anton, als sie Weltmeisterin im Slalom wurde. In Turin holte sie in dieser Übung den Olympiasieg, den Gesamtweltcup hat sie auch schon zweimal gewonnen.

Die 25-Jährige, die in Umeå im hohen Norden Schwedens geboren wurde, wie der alte Slalomstar Ingemar Stenmark oder der neue Slalomstar Jens Byggmark in Tärnaby aufwuchs, in Monaco lebt und Steuern zahlt, hat noch allerhand vor in Åre, wird sämtliche Disziplinen inklusive Teambewerb bestreiten. Pärson, 170 Meter hoch und 80 Kilogramm kräftig, hatte sich auch sehr engagiert bei der schwedischen WM-Bewerbung. Im vergangenen Sommer musste sie eine Knieoperation erdulden, und wie es ausschaut, ist sie gerade rechtzeitig in Schwung gekommen.

"Die Besten sind vorn, das ist schön", kommentierte Renate Götschl (31) das Rennen, und sie versicherte glaubhaft, dass sie sich für Anja freue, für Lindsey und natürlich auch für sich selbst. Die Steirerin aus Obdach hat auch schon eine ansehnliche Medaillensammlung daheim, mit der frischen sind es insgesamt zehn, acht Stück verdiente sie sich bei einer WM, zwei bei Olympischen Spielen, den Gesamtweltcup holte sie sich auch schon einmal. "Ich weiß aber auch, wie es ist, ohne Medaille heimzufahren", erinnerte Götschl an die Olympischen Spiele 2006, als sie sich über Abfahrtsblech grämte.

In der heurigen Saison ist sie bestens unterwegs, nach sechs Weltcupsiegen führt sie in der Gesamtwertung, und weil man sagen muss, das Götschl schon bessere Skirennen ablieferte als das gestrige auf dem Åreskutan, unterstreicht das nur ihre Qualität in den schnellen Disziplinen. Götschl verabschiedete sich im Vorjahr von Olympia, dieser Tage gibt sie ihre letzten WM-Auftritte, sicher noch einen in der Abfahrt am Sonntag, möglicherweise einen im abschließenden Teambewerb.

Lindsey C. Kildow (22) aus Vail, Colorado, begann erst gestern mit dem Sammeln, und Nicole Hosp, eine Vierte, sprach: "Schön langsam zipft's mich an." (DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 7. Februar 2007, bez)