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Foto: epa/Pablo-Otin
Fago/Huesca - Als am Wochenende der Förster Santiago Mainar den Mord am Bürgermeister des 35-Einwohner-Ortes Fago, Miguel Grima, gegenüber den Behörden zugab, schien der drehbuchreife Kriminalfall (der Standard berichtete) in den Pyrenäen so gut wie geklärt. Die Bewohner des Dorfs, die alle unter Mordverdacht geraten waren, atmeten auf.

Es bekannte sich nicht irgendjemand schuldig, sondern der den Sozialisten (PSOE) nahe stehende, langjährige politische Rivale des Opfers, der zur Partido Popular gehörte, der spanischen Volkspartei. Mainar gab zu, im Alleingang die Tat geplant und den tödlichen Gewehrschuss in die Brust des im Dorf mehrheitlich ungeliebten Bürgermeisters abgefeuert zu haben. Bei der Verhaftung machte er einen "harten, kalten Eindruck", betonten Polizisten.

Das Brisante ist, Mainar war Grima stets unterlegen und äußerte seinen Hass in zahlreichen Interviews, so auch im staatlichen TVE. Grima regiere korrupt, kaufe Stimmen und habe schwere mentale Probleme, warf der Hauptverdächtige dem späteren Opfer über die Medien vor. Mainar beschuldigte Grima zudem, den Fluss mit Jauche vergiftet zu haben.

Beim jüngsten Wahlgang 2003 unterlag Mainar mit zwölf zu fünf Stimmen. Und obwohl er stets der von PSOE-Seite unterstützte Herausforderer war, so distanziert sich die Partei nun von ihm: "Mainar agierte stets politisch unabhängig."

Widerrufen

Einen Tag nach dem Geständnis widerrief es Mainar wieder. Er sei von der Guardia Civil zum Geständnis gezwungen worden, versicherte er. Staatsanwalt Felipe Gazurca vermutet eine politisch motivierte "Verschleierungstaktik" des Verdächtigen. Der Anwalt Mainars, Javier Notivoli, schließt einen politischen Hintergrund aus und pocht auf die Unschuld seines Mandanten.

Die Beweise sprechen gegen Mainar. Spuren seiner DNA wurden im Auto des Opfers gefunden, ebenso fanden sich Metall- und Pulverreste auf den Händen des Verdächtigen. Er habe ein Wildschwein erschossen, das auf seinem Grundstück war, verteidigte sich der Förster.

Trotz der Beweislast, die auf Mainar drückt, bleibt Fagos Bevölkerung zur Gänze des Mordes verdächtig. (Jan Marot, DER STANDARD Print, 7.2.2007)