Bild nicht mehr verfügbar.

Berlin Alexanderplatz und viele andere Orte tauchen in internationalen Filmproduktionen auf.

Foto: APA/dpa/Marcel Mettelsiefen
Berlin - Während der Berlinale können bei Stadtrundfahrten die Drehorte von bekannten Filmen wie "Die Bourne Verschwörung" und "Das Leben der Anderen" besichtigt werden. Vom 9. bis zum 17. Februar werden zweistündige Touren durch Berlin zu den Original- Filmschauplätzen vieler Kinoproduktionen angeboten, teilte der Veranstalter Volkswagen am Dienstag mit. Dafür seien täglich vier Transporter und ein Bus im Einsatz. Die kostenlosen Fahrten starten jeweils um 9.00 Uhr, 12.00 Uhr und 15.00 Uhr am Potsdamer Platz. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Das Haus, das mittlerweile Millionen Kinobesucher aus dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" kennen, liegt in einer unscheinbaren Seitenstraße. Seine graue Fassade mit den blinden Scheiben blickt trostlos auf die Wedekindstraße in Berlin- Friedrichshain. Hier scheint sich seit der Wende kaum etwas verändert zu haben. Ein deprimierender Ort, der den Machern für den Oscar nominierten Erfolgsstreifens jedoch wie gemacht erschien für einen Film über den DDR-Geheimdienst. Hier in Haus Nummer 12 leben die Filmfiguren Georg Dreyman und Christa-Maria Sieland, die im Film rund um die Uhr von der Staatssicherheit überwacht werden.

Bei Regisseuren ist die Hauptstadt als Filmkulisse beliebt: "Berlin ist kontrastreich wie keine andere Stadt", fasst Burkhard Heyl die Attraktivität zusammen. Während der Berlinale bietet der in Berlin lebende Schauspieler zweistündige Stadtrundfahrten zu den Original-Schauplätzen vieler bekannter Filme an. Dank ihrer Vielseitigkeit eigne sich die Metropole als Drehort für so unterschiedliche Produktionen wie "Lola rennt", "Die Bourne Verschwörung", "In 80 Tagen um die Welt" und "Sommer vorm Balkon".

Checkpoint Charlie

Vor allem zu Zeiten der deutschen Teilung beflügelte Berlin die Fantasien der Filmbranche. Der "Checkpoint Charlie", der damals den amerikanischen vom russischen Sektor trennte, taucht gleich in mehreren Filmen über den Kalten Krieg auf. So überquert Roger Moore als James Bond in "Octopussy" genauso wie Michael Caine in "Finale in Berlin" an dieser Stelle die Grenze zu Ostberlin, die auch im Spionagethriller "Der Spion der aus der Kälte kam" eine Rolle spielt. Auch heute noch wird der "Ost-Charme" von Alexanderplatz, Karl-Marx- Allee und Leipziger Straße für Filme wie "Good Bye, Lenin!" verwendet.

Doch auch der Westteil der Stadt hat viele berühmte Schauplätze zu bieten. "Herr Lehmann" mit Christian Ulmen spielt zwar im Kreuzberg der unmittelbaren Vorwendezeit, zu sehen sind jedoch Orte, die noch heute existieren: ein Imbiss am Kottbusser Tor oder die Stammkneipe "Die Markthalle". Der wohl berühmteste Drehort im Westen ist jedoch der Bahnhof Zoo, nach dem auch das 80er Jahre Junkie-Drama "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" benannt ist. Auch bei den Kästner-Verfilmungen von "Emil und die Detektive" spielt er eine zentrale Rolle.

Billy Wilder: "Eins, zwei, drei"

Aber nicht immer ist Berlin in Filmen als solches zu erkennen. Für "Eins, zwei, drei" ließ Regisseur Billy Wilder die Ruine des Anhalter Bahnhofs in den Eingang eines Hotels verwandeln, in dem dann im Film Liselotte Pulver zum Verzücken der männlichen Zuschauer auf einem Tisch tanzte. Matt Damon liefert sich im Action-Thriller "The Bourne Ultimatum", für den er Ende Januar in Berlin vor der Kamera stand, eine Verfolgungsjagd über die Leipziger Straße, die schließlich in Moskau endet. Dafür wurde ein Supermarkt in Mitte kurzerhand mit kyrillischen Buchstaben und die Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen versehen.

Der Berlinale-Wettbewerbsfilm "The Good German" mit George Clooney spielt zwar im Berlin nach Kriegsende, wurde aber komplett in den USA produziert. Dafür verwandelte Regisseur Steven Soderbergh Pasadena in Potsdam, den San Bernardino International Airport in Tempelhof und die Fassade eines Privathauses in Schloss Cecilienhof. Der Wahl- Berliner Regisseur Hal Hartley machte es hingegen umgekehrt. Den Film "Fay Grim", der in der Berlinale-Reihe "Panorama" zu sehen sein wird, drehte er in einer Schule in Wedding, die aber wiederum eine Schule in New Jersey darstellen soll. (APA/dpa)