Bagdad/Kairo - Die unter dem Regime von Saddam Hussein in der ölreichen nordirakischen Stadt Kirkuk angesiedelten Araber sollen vorerst nicht gegen ihren Willen in den Süden des Landes zurückgeschickt werden. Die irakische Nachrichtenagentur INA berichtete am Mittwoch, die zuständigen Behörden hätten festgehalten, der von einem Komitee der Regierung in Bagdad gefasste Umsiedlungs-Beschluss sei nicht endgültig.

Der Parlamentsabgeordnete Wael Abdul Latif sagte INA: "Der Beschluss des Justizministers, der das Verfassungskomitee leitet, ist verfassungswidrig. Das Komitee sollte sich gut beraten, bevor es solche Pläne veröffentlicht, da es sich dabei um ein Problem handelt, das alle derzeitigen Konflikte im Irak widerspiegelt."

Vertreter der arabischen Bevölkerungsgruppen in Kirkuk hatten bei einer Versammlung am Dienstag erklärt, die Stadt, in der Kurden, Araber, Turkmenen und Christen wohnen, dürfe auch in Zukunft nur der Zentralregierung in Bagdad unterstehen. Der Präsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Massud (Massoud) Barzani, hatte zuvor festgestellt: "Kirkuk ist und bleibt eine kurdische Stadt." Nach einer Rückkehr der unter Saddam Hussein dort angesiedelten Araber in den Süden und nach einer Rückkehr der damals vertriebenen Kurden könne Kirkuk eine Musterstadt für das friedliche Zusammenleben der Iraker werden. (APA/dpa)