Wien - Österreichs Kinos verzeichnen für 2006 einen Besucherzuwachs von knapp elf Prozent gegenüber dem Jahr davor. Mit den nun vorliegenden Zahlen für Dezember (1.917.196) ergibt sich eine Gesamtbesucherzahl von 17,3 Mio. Zuschauern. Damit hat die Kinowirtschaft wie erwartet den 19-prozentigen Besuchereinbruch von 2005 (15,6 Mio.) weitgehend aufgeholt. Das erhoffte Ergebnis von 2003 (17,7 Mio.) wurde allerdings nicht erreicht.

Die bestbesuchten Filme waren im Vorjahr "Ice Age 2" (rund 1,2 Mio. Besucher), "Fluch der Karibik 2" (rund 882.000), "Sakrileg - Der Da Vinci Code" (rund 739.000), "Das Parfum" (rund 599.000) und "Casino Royale - Bond 21" (rund 576.000 einschließlich der Zahlen für 2007). Spitzenreiter unter den österreichischen Filmen ist "In 3 Tagen bist du tot" (rund 83.000 Besucher). Die bereits im Herbst 2005 gestartete Doku "We feed the World" brachte es im Vorjahr immer noch auf rund 62.000 Zuschauer und ist mit insgesamt fast 202.000 Besuchern der zehnterfolgreichste je in Österreich produzierte Film. Die Plätze drei bis fünf belegen die großen Koproduktionen "Klimt" (rund 42.800) und "Der Henker" (rund 32.000) sowie "Freundschaft" (rund 28.000), die Filmversion des Kabarettstücks mit Erwin Steinhauer.

Der Marktanteil heimischer Filme lag im Vorjahr nach Angaben des Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie auf die Besucher bezogen wie 2004 bei 2,6 Prozent (gegenüber 2,2 Prozent 2005), bezogen auf die Anzahl der Filme bei 9,1 Prozent gegenüber 4,9 Prozent im Jahr 2005.

Deutschland mit Siebenprozentplus

Auch in Deutschland gehen die Leute wieder mehr ins Kino und in einheimische Filme. Die deutsche Kinowirtschaft erzielte ein Besucherplus von 7,4 Prozent gegenüber 2005, der Marktanteil deutscher Produktionen erreichte mit 25,8 Prozent gar den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung der Filmförderungsanstalt (FFA) 1991. Neben Hollywood-Blockbustern rangierten auch drei deutsche Produktionen unter den Jahres Top Ten, darunter "Das Parfum" (5,5 Mio.) und "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" (3,5 Mio.). Aber auch Filme wie "Das Leben der anderen" (1,7 Mio.) und "Wer früher stirbt, ist länger tot" (1,3 Mio.) lockten beachtliche Besuchermassen an. Sönke Wortmanns WM-Film "Deutschland - Ein Sommermärchen" versöhnte die deutschen Kinobetreiber mit der vorübergehenden WM-Kinoflaute mit vier Millionen Zuschauern und dem Rekord für einen Dokumentarfilm.

Schon Anfang Dezember hatten amerikanische Zeitungen von einer Erholung der US-Branche berichtet. Der Publikumsschwund der vergangenen drei Jahre sei überwunden, bis zum November stieg die Besucherzahl in den Filmtheatern der USA und Kanadas im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent. Und die Aussicht auf 2007 - immerhin mit Blockbustern wie dem fünften "Harry Potter"-Teil, "Fluch der Karibik 3", "Spider-Man 3" und "Shrek 3" - lässt die Kinowirtschaft optimistisch in die Zukunft blicken. (APA/dpa)