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Jose Bové könnte einer Haftstrafe möglicherweise noch durch eine elektronische Fußfessel entkommen.

Foto: APA/epa/Gildas Raffenel
Paris - Frankreichs höchstes Strafgericht hat eine viermonatige Haftstrafe gegen den Präsidentschaftskandidaten Jose Bove wegen Zerstörung eines Genmais-Feldes in letzter Instanz bestätigt. Mit der am Mittwoch verkündeten Entscheidung des Pariser Kassationshofes wird ein Urteil des Berufungsgerichts Toulouse vom November 2005 rechtskräftig.

Elektronische Fußfessel als Alternative

Wie und wann der 53-jährige Bauernführer seine Strafe antreten muss, stand zunächst nicht fest. Damit war unklar, ob der international bekannte Globalisierungskritiker vor dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen am 22. April ins Gefängnis muss. Möglich ist auch, dass Bove das Tragen einer elektronischen Fußfessel angeboten wird.

Bove sieht seine Präsidentschaftsambitionen nicht in Gefahr und würde notfalls aus dem Gefängnis heraus Wahlkampf betreiben. Er werde sich jedenfalls weigern, eine elektronische Fußfessel zu tragen, sagte er kurz vor der Entscheidung im TV-Sender Canal+. Dies wäre "nicht akzeptabel". Bove setzt offenbar darauf, dass die Justiz seinen Haftantritt hinausschiebt. Dass ein Präsidentschaftskandidat im Wahlkampf ins Gefängnis gehe, habe es "noch nie in diesem Land gegeben", sagte er. Seine Tat habe er aus Überzeugung begangen; dafür werde er die Verantwortung übernehmen. Nun müsse auch Frankreichs Justizminister Pascal Clement seiner Verantwortung nachkommen, "denn normalerweise muss unter allen Kandidaten Gleichheit herrschen".

Symbolfigur der Globalisierungskritik

Der schnauzbärtige Bove kämpft seit Jahren gegen den Anbau von Gen-Planzen und für eine traditionelle Landwirtschaft und Ernährung. Schon mehrfach wurde er wegen Protestaktionen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Bekannt wurde der langjährige Sprecher der Bauernbewegung "Confederation paysanne" in Frankreich, als er 1999 mit seinem Traktor die Baustelle eines Restaurants des US-Fast-Food-Konzern McDonald's verwüstete. Auftritte beim WTO-Gipfel in Seattle, dem G-8-Gipfel in Genua und beim Weltsozialforum in Porto Alegre machten ihn international zu einer Symbolfigur der Globalisierungskritiker. (APA/AFP)