Klagenfurt – Die Ortstafelfrage löst in der Kärntner ÖVP wieder einmal heftige Flügelkämpfe aus. Klubchef Raimund Grilc soll offenbar schneller abgelöst werden als ursprünglich geplant. Grilc hat schon länger seinen Abschied in Aussicht gestellt. Besprochen wurde die Rochade an der Klubspitze auf der ÖVP-Klubklausur zu Beginn dieser Woche. Und es wurde auch bereits über Nachfolger diskutiert. Nach außen heißt die Sprachregelung: kein Grund zur Aufregung. Grilc wolle selber gehen, und man habe sich nur über das Procedere informiert. Grilc bestätigt seine Rückzugspläne: "Ich habe die Weichen schon in meinem Bezirk Völkermarkt gestellt und klar gemacht, dass die Nachfolgefrage bis Sommer des heurigen Jahres zu klären ist." Doch wenn die Partei es wolle, könne er auch schon früher ausscheiden.Hintergrund seines Rückzuges Hintergrund seines Rückzuges: Grilc soll über die gespaltene Haltung seiner Partei in der Ortstafelfrage schwer enttäuscht sein. Er ist selbst Angehöriger der slowenischen Minderheit, ohne sich je offen auf ihre Seite gestellt zu haben. Und er ist ein vehementer Verfechter der bisherigen Konsenslinie für weitere zweisprachige Ortstafeln. Wie gespalten die Partei in dieser Frage ist, zeigte sich in der letzten Landtagssitzung. In offenem Aufruhr gegenüber seinem Klubobmann war der Abgeordnete Robert Lutschounig in der Frage Minderheitenzählung von der vorgegebenen Konsenslinie abgewichen und hatte sich damit auf die Seite des BZÖ gestellt. Lutschounig ist Vertreter des nationalen Flügels in der ÖVP, der keine weiteren Zugeständnisse an die Volksgruppe wünscht. Die Nationalen wollen ihn als neuen Klubchef sehen. Doch auch Nachwuchshoffnung Stefan Tauschitz ist dafür im Gespräch. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD Printausgabe 8.2.2007)