Brüssel - Die Europäische Union will Umweltsünden Medienberichten zufolge mit teils heftigen Bußgeldern und sogar Gefängnis bestrafen. Dies geht, wie die "Financial Times" am Mittwoch berichtete, aus einem Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie hervor, die am Freitag präsentiert werden soll. Hintergrund für die Initiative der EU gegen die Verschmutzung von Flüssen oder illegale Mülldeponien ist, dass die so genannte grüne Kriminalität in den verschiedenen Staaten der Union unterschiedlich gehandhabt wird.

Die Angehörigen der Kommission schlagen demnach neun Kategorien von Umweltvergehen vor, die von der Zerstörung von geschützten Pflanzen bis hin zur Luftverpestung mit Todesfolge reichen.

Schwer wiegende Sünden sowie der illegale Transport von Atommaterial sollen mit zwei bis fünf Jahren Haft bestraft werden, berichtete die Zeitung. Sollte es dabei zum Todesfall kommen, wären bis zu zehn Jahren Gefängnis vorgesehen.

Bereits 2005 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Urteil festgelegt, dass die EU-Kommission den Regierungen ihrer Mitgliedsländer strafrechtliche Sanktionen zum Schutz von EU-Umweltrecht vorschreiben darf. Die Brüsseler Behörde hatte dies damals als "historische Entscheidung" begrüßt. Wann die neuen Strafregelungen wirksam werden, ist noch ungewiss. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 8.2.2007)