27,5 Grad mit einem Minus davor zeigte am Mittwoch in der Früh das Thermometer im Auto. Darauf, das auszuhalten, braucht man aber nicht sonderlich stolz sein. 40 Grad, berichtete tags davor Lars-Ander Baer, hatte es oben in Jokkmokk, als er dieses verließ, um nach Åre zu kommen. Herr Baer macht den Präsidenten des Sametinget, des Parlaments der über Schweden, Norwegen, Finnland und Russland verstreuten Sami, die am Dienstag ihren Nationalfeiertag begingen und versuchten, interessierten Skizirkusmitgliedern eine Idee von ihrer Kultur und Lebensphilosophie zu vermitteln. Die Sami eigneten sich in jener Natur, die sich für Zentraleuropäer so rau anfühlt, eine Menge Künste an, und das Energiesparen ist nicht die geringste unter ihnen. Sofia Jannok sang schöne Weisen im Zelt, in das die Sami luden, das Rentier mundete, und der Rote kam aus Chile. Im Tirol Berg warteten sie vergeblich auf die erste Medaillenfeier für einen Einheimischen. Patrick "Staudi" Staudacher ist jenseits des Brenners zu Hause, aber heute ist ja der Pitztaler Benjamin Raich an der Reihe. Im Tirol Berg warten sie im Eigentlichen auch traditionell auf Carl XVI. Gustaf, und Vorfreude ist die schönste Freude. Am Donnerstag wird der König der Schweden wieder in Åre erwartet, zuletzt verbrachte er ein paar Tage in Österreich bei seinem Bekannten Egon Zimmermann, dem Abfahrtsolympiasieger von 1964 in Innsbruck, und der ist, je nach Weltbild, vor dem oder jenseits des Arlbergs zu Hause. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 8. Februar 2007, Benno Zelsacher)