Laibach - Slowenien hat es trotz der günstigen Konjunkturlage 2006 nicht geschafft das öffentliche Defizit zu senken. Obwohl die öffentlichen Ausgaben gesenkt wurden, stieg das Defizit im Vorjahr im Vergleich zu 2005 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP), errechnete der Institut für makroökonomische Analysen und Entwicklung (UMAR).

Auch das strukturelle Defizit hat sich in 2006 vergrößert und wird auf 1,7 Prozent des BIP geschätzt. Der Grund dafür sei die Kürzung der Lohnsummensteuer, erklärte Bostjan Vasle von der UMAR am Mittwoch laut slowenischer Nachrichtenagentur STA .

Einsparungs-Anstrengungen

In dem Stabilitätsprogramm, das im Jänner von der EU-Kommission bewertet wurde, hatte Slowenien für 2006 eine Defizit-Prognose von 1,7 Prozent des BIP angegeben. Nachdem von der Kommission zu größeren Einsparungs-Anstrengungen aufgerufen worden war, hatte der Finanzminister Andrej Bajuk diesen Aufruf als "nicht ganz gerechtfertigt" relativiert. Der Kommission seien für ihre Bewertung nicht die neuesten Daten zur Verfügung gestanden, laut denen das slowenische Defizit 2006 niedriger ausgefallen sei als geplant, meinte Bajuk.

Wie der Finanzminister Ende Jänner erklärte, habe sich die Defizit-Prognose von 1,7 Prozent des BIP für 2006 als zu pessimistisch erwiesen. Damals rechnete er noch mit einem Defizit zwischen 1,2 und 1,3 Prozent. (APA)