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Bode Miller

Foto: APA/AP/Trovati
Aare - Bode Miller hat nach seiner enttäuschenden Leistung im Auftakt-Super-G (Platz 24) am Donnerstag in der WM-Super-Kombination Bestzeit in der Abfahrt hingelegt. Der US-Amerikaner führt zur Halbzeit der ersten Super-Kombi der WM-Geschichte 0,20 Sekunden vor dem Norweger Aksel Lund Svindal und 0,53 Sekunden vor dem Salzburger Michael Walchhofer. Im Slalom ab 16:00 Uhr sind damit Miller, der allerdings im Slalom alles andere als eine "Bank" ist, und Svindal die Top-Favoriten auf Gold.

Österreicher mit Chancen

Die österreichischen Medaillenhoffnungen ruhen weniger auf den Schultern von Star-Abfahrer Walchhofer, sondern vielmehr auf jenen von Romed Baumann (1,57 Sekunden Rückstand), Benjamin Raich (1,60) und Rainer Schönfelder (1,67). Mario Matt hat hingegen bereits 2,62 Sekunden Rückstand aufgerissen. Gute Medaillenchancen haben auch die Schweizer Daniel Albrecht (1,02) und Marc Berthod (1,30).

Die große Frage ist, ob Miller im Slalom durchkommt. Der US-Läufer hat im laufenden Winter eine wahre Ausfallserie im Stangenwald hingelegt. In sieben Slaloms blieb er sechs Mal ohne Weltcup-Punkt, in Schladming "wurschtelte" sich Miller im zweiten Lauf mit fast zehn Sekunden Rückstand ins Ziel.

Walchhofer testete Ski

Für Walchhofer war die Kombi-Abfahrt mehr ein weiterer Test für die große Abfahrt am Samstag. Der Weltmeister 2003 probierte einen anderen Ski als im Mittwoch-Training, am Freitag im Abschlusstraining wird er ebenfalls noch das eine oder andere austesten. Mit der Fahrt war Walchhofer trotz drittbester Zeit nicht ganz zufrieden. "Eine saubere Fahrt, aber zu wenig gnadenlos. Das muss am Samstag anders sein."

Zweitbester Österreicher war WM-Debütant Baumann, dessen Fans das Rennen auf einer Großbildleinwand in einer Apres-Ski-Bar in Hochfilzen verfolgen. Der Tiroler ärgerte sich zwar über einen Schnitzer, der ihm nach eigener Einschätzung eine halbe Sekunde gekostet hat, meinte jedoch: "Die Chancen stehen trotzdem gut. Im Slalom kann alles passieren." Das Gefühl bei seinem WM-Debüt sei "cool und geil" gewesen. "Super Wetter, super Abfahrt, was will man mehr."

Schönfelder "größtenteils zufrieden"

Die extreme Kälte macht dem Youngster auf jeden Fall zu schaffen, denn bei einem medizinischen Check im vergangenen Sommer wurde bei ihm Belastungsasthma festgestellt. Baumann benützt seitdem einen Asthmaspray, der natürlich bei den Dopingkontrolloren gemeldet worden ist.

Schönfelder bestätigte seine gute Trainingsleistung vom Mittwoch. "Ich bin größtenteils zufrieden. Es schaut sehr gut aus für den Slalom." Titelverteidiger Raich ließ mit einem Fehler in der Schrägfahrt "drei, vier Zehntel" liegen. "Es war nicht optimal, aber ich kann im Slalom sicher einiges gutmachen", so der Tiroler.

Am meisten Zeit verlor in der Abfahrt Matt, der die Super-Kombi in Wengen allerdings nach Rang 34 in der Abfahrt gewonnen hatte. "Ich habe nicht alles zu hundert Prozent erwischt, mit nur einem Training war das doch sehr schwierig." Am Mittwoch hatte Matt der lädierte Rücken "extreme Schmerzen" bereitet, am Renntag selbst lief es dann jedoch besser. "Es wird sicher schwierig", meinte Matt vor dem Slalom.(APA)

Stand nach der Abfahrt (Vor Bereinigung der Liste um jene Fahrer, die im Slalom nicht starten):
  1.  Bode Miller (USA)           1:36,64
  2.  Aksel Lund Svindal (NOR)      +0,20
  3.  Michael Walchhofer (AUT)      +0,53
  4.  Steven Nyman (USA)            +0,59
  5.  Francois Bourque (CAN)        +0,74
  6.  Didier Defago (SUI)           +1,00
  7.  Daniel Albrecht (SUI)         +1,02
  8.  Patrick Staudacher (ITA)      +1,06
  9.  Peter Fill (ITA)              +1,07
 10.  Marc Berthod (SUI)            +1,30
 11.  Andrej Jerman (SLO)           +1,31
 12.  Marco Büchel (LIE)            +1,38
 13.  Romed Baumann (AUT)           +1,57
 14.  Benjamin Raich (AUT)          +1,60
 15.  Silvan Zurbriggen (SUI)       +1,63
 16.  Pierre Paquin (FRA)           +1,66
 17.  Rainer Schönfelder (AUT)      +1,67
 18.  Adrien Theaux (FRA)           +1,75
 19.  John Kucera (CAN)             +1,77
   .  Ondrej Bank (CZE)             +1,77
 21.  Ales Gorza (SLO)              +1,92
 22.  Rok Perko (SLO)               +1,97
 23.  Ivica Kostelic (CRO)          +1,98
 24.  Lars Myhre (NOR)              +2,00
 25.  Andrej Sporn (SLO)            +2,18
 26.  Pierrick Bourgeat (FRA)       +2,31
 27.  Stephan Keppler (GER)         +2,40
 28.  Finlay Mickel (GBR)           +2,42
 29.  Christof Innerhofer (ITA)     +2,54
 30.  Niklas Rainer (SWE)           +2,59
 31.  Mario Matt (AUT)              +2,62