Wien - Die Regierung in Pristina lehnt jeden Aufschub der Verhandlungen zum UN-Vorschlag für den Kosovo ab. Das geht aus einer Stellungnahme der kosovarischen Regierung vom späten Mittwochabend hervor, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug am Donnerstag berichtete.

Der UN-Chefverhandler Martti Ahtisaari hatte am vergangenen Freitag seine Vorschläge für den zukünftigen Status des Kosovo präsentiert und beide Seiten für den 13. Februar zu weiteren Gesprächen nach Wien eingeladen. Belgrad hat um eine Verschiebung von zehn Tagen gebeten. Es begründet dies mit der Bildung der neuen Regierung in Serbien nach den Parlamentswahlen im Jänner.

Die Stellungnahme Serbiens zum Vorschlag Ahtisaaris soll laut der Belgrader Tageszeitung "Vecernje Novosti" in der konstituierenden Sitzung des neuen serbischen Parlaments am kommenden Sonntag oder Montag abgesegnet werden. Zudem soll die Vollmacht des serbischen Verhandlungsteams erneuert werden, das Belgrad dann bei den Gesprächen in Wien repräsentiert, schreibt das Blatt in Berufung auf "gut informierte Quellen".

Der deutsche Außenminister und derzeitige EU-Ratsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier und EU-Chefdiplomat Javier Solana hatten sich bei einem Besuch in Belgrad am gestrigen Mittwoch offen für den Wunsch der serbischen Führung nach einer Verschiebung der Kosovo-Gespräche gezeigt. Die Entscheidung über eine Verschiebung liegt in der Hand Ahtisaaris.

Die serbische Führung lehnt eine Unabhängigkeit des Kosovo strikt ab. Dagegen geht den Vertretern der Kosovo-Albaner die vorgeschlagene Autonomie nicht weit genug. (APA)