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Foto: APA/EPA/Wikstrom
Stockholm - Der Chef des wegen Sicherheitsmängeln in die Kritik geratenen schwedischen Atomkraftwerkes Forsmark ist am Donnerstag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Unmittelbar zuvor hatte der Betreiberkonzern Vattenfall die anhaltenden Probleme in Forsmark 190 Kilometer nördlich von Stockholm als "inakzeptabel" eingestuft. Der bisherige Kraftwerkschef Lars Fagerberg begründete seinen Rücktritt damit, dass er nicht mehr das Vertrauen der Vatenfall-Führung habe.

Bei der Bilanzveröffentlichung des Konzerns sagte Vattenfall-Konzernchef Lars Josefsson am Donnerstag, er betrachte in den letzten Tagen bekannt gewordene Sicherheitsmängel und die Reaktion der Kraftwerksleitung darauf als "nicht hinnehmbar". Den Störfall Ende Juli 2006 im Reaktor 1 des Kraftwerkes nach einem Kurzschluss mit einem Stromausfall bei den Sicherheitssystemen nannte er "einen sehr ernsten Vorfall". Der Störfall war auf der zweiten von sieben Stufen der Skala für atomare Störfälle (INES) eingestuft worden. Das hatte es in Schweden nie zuvor gegeben.

Stillstand auf unbestimmte Zeit

Josefsson sagte weiter: "Was hierzu in den letzten Tagen an neuen Informationen gekommen ist, finden wir völlig inakzeptabel. Ich bin alles andere als erfreut." Er bezog sich dabei ausdrücklich auf vergangene Woche an die Öffentlichkeit gelangte interne Kritik von Forsmark-Mitarbeitern an einem "Verfall der Sicherheitskultur" durch zunehmende wirtschaftliche Zwänge. Gleichzeitig begann die zuständige Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Kraftwerksbetreiber wegen Verdachts auf eine strafbare Verzögerung der Reaktor-Abschaltung im Juli.

Der 1981 in Dienst genommene Siedewasserreaktor steht seit vergangener Woche wegen einer defekten Gummidichtung an der äußeren Reaktorwand erneut für unbestimmte Zeit still. Vorstand und Aufsichtsrat seien nun dabei, Konsequenzen vorzubereiten. Er glaube aber nicht, dass die Debatte um Forsmark "große Auswirkungen" auf die Debatte um den Ausbau der Atomkraft haben werde, sagte Josefsson. (APA/dpa)