New York - Wegen des Verdachts, im Rahmen des UN-Programms "Öl für Lebensmittel" illegale Geschäfte mit dem Irak betrieben zu haben, hat sich ein großes US-Unternehmen laut Medienberichten zu Zahlungen in Millionenhöhe bereit erklärt. Die El Paso Corporation, der größte US-Betreiber von Erdgasleitungen, habe sich mit einem US- Bundesgericht in New York auf eine Summe von 7,73 Millionen Dollar (knapp sechs Mio Euro) geeinigt, berichtete die "New York Times" am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Firma in Houston (Texas) vorgeworfen, zwischen 2000 und 2003 in geheime Zahlungen an das Regime des damaligen Machthabers Saddam Hussein verwickelt gewesen zu sein. Der zuständige Ankläger, Michael Garcia, erklärte laut der Zeitung, der größte Teil des Geldes werde in den Entwicklungsfonds für den Irak und in den Wiederaufbau des Landes fließt.

Missbrauch

Der Weltsicherheitsrat hatte das Hilfsprogramm 1996 geschaffen und damit trotz des Handelsembargos einen begrenzten Ölexport zugelassen. Der Erlös kam der Not leidenden irakischen Bevölkerung in Form von Lebensmitteln und Medikamenten zu Gute. Eine unabhängige Untersuchung stellte später fest, dass zahlreiche Firmen Missbrauch mit dem Programm getrieben hatten.

Die Ermittlungen lösten den bisher größten Skandal in der Geschichte der Vereinten Nationen aus. Der frühere Chef des "Oil for Food"-Programms, Benon Sevan (69) aus Zypern, wurde inzwischen in New York wegen Bestechlichkeit angeklagt. Er soll rund 160.000 Dollar (rund 120.000 Euro) von der Saddam-Regierung angenommen haben. (APA/dpa)