Wien - Zu "Multikulti" hat Österreichs Jugend ein differenziertes Verhältnis. Zu diesem Ergebnis kommt das Wiener Institut für Jugendkulturforschung nach einer Befragung von insgesamt 850 Jugendlichen im Alter zwischen elf und 18 Jahren. Sieben von zehn Befragten meinen, dass zum Beispiel türkische Jugendliche der Religion einen höheren Stellenwert einräumten als österreichische. Ein Drittel fordert, dass sich junge Ausländer an das weltlich orientierte Österreich anpassen sollen. Die interkulturelle Toleranz endet dort, wo es um die Rolle der Frau geht. "Die Frauenfrage ist für Jugendliche der Knackpunkt für Integrationskonflikte", meint Studienleiterin Beate Großegger. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass auch junge Türken der zweiten Generation bei der Einstellung zur Gleichberechtigung von Frauen noch Anpassungbedarf hätten. Jugendliche, die Kontakt zu türkischen Gleichaltrigen haben, nehmen kulturelle Unterschiede insgesamt stärker wahr als Jugendliche ohne entsprechenden Bekannten- und Freundeskreis. (simo, DER STANDARD, Print, 9.2.2007)