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Foto: APA/EPA/Chung Sung-Jun
New York - Der menschliche Körper bietet vielen Mikroorganismen ein Zuhause. Dennoch waren amerikanische Forscher nun verblüfft über die Vielfalt der Fauna, die sich auf der Hautoberfläche tummelt. Auf Unterarmen von sechs gesunden Menschen identifizierten sie insgesamt 182 verschiedene Bakterienarten.

Von vielen Faktoren abhängig

Jede zwölfte Species war bis dato unbekannt. Die Studie zeigt, dass jeder Mensch auf der Haut einen ganz individuellen Bakterienzoo beherbergt, dessen Zusammensetzung von vielen Faktoren abhängt, darunter Klima, Ernährung, Hygiene und Geschlecht.

Auswertung dauerte drei Jahre

Es war nur ein kleines Areal, auf dem die Forscher der Universität New York bei drei Männern und drei Frauen an der Innenseite der Unterarme auf halbem Weg zwischen Ellbogen und Handgelenk einen Abstrich nahmen.

Aber die Auswertung der Proben geriet zu einem Mammutprojekt: Mehr als drei Jahre brauchten die Forscher, um die gefundenen Keime anhand ihres Erbguts zu identifizieren. "Viele Bakterien des menschlichen Körpers sind noch unbekannt", erläutert der Mikrobiologe Martin Blaser.

Nur vier Arten in allen Proben

Mit seiner Kollegin Zhan Gao machte Fraser sich daran, dieses unerschlossene Neuland zu erforschen. Gut die Hälfte der aufgestöberten Keime gehörten zu den vier Gruppen Propioniobacteria, Corynebacteria, Staphylokokken und Streptokokken, die als Bewohner der menschlichen Haut schon seit langem bekannt sind. Aber für Erstaunen sorgte die Entdeckung, dass lediglich vier Bakterienarten in allen sechs Hautproben vorkamen.

Geschlechterspezifisch

Und fast drei Viertel der jeweils gefundenen Bakterienarten traten nur bei dieser Person auf. Offenbar spielt auch das Geschlecht eine Rolle, denn drei Arten kamen nur bei den Männern vor, wie die Forscher in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)" berichten.

Weiter forschen

Auch wenn die Vielfalt der Arten manche Menschen erschrecken mag: Eine Bedrohung für die Gesundheit sind die Bakterien grundsätzlich nicht. Allerdings wollen die Wissenschafter nun erkunden, ob und wie sich die Bakterien bei Menschen mit bestimmten Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Ekzemen von denen auf der Haut gesunder Personen unterscheiden. (APA/AP)