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Aktionäre halten die mehr als 140 Millionen Dollar Vergütung für Browne "überzogen".

Foto: APA/EPA/Lindsey Parnaby
New York - Anleger des britischen Ölkonzerns BP wollen wegen der Pensions- und Abfindungszahlungen für den scheidenden Konzern-Chefs John Browne vor Gericht ziehen. Die Vergütungen in Höhe von mehr als 140 Mio. Dollar (107,8 Mio. Euro) seien überzogen und unverdient, erklärte der Anwalt der beiden Klägergruppen, William Lerach. Er vertritt die britische London Pensions Fund Authority und die US-Gewerkschaft Unite Here.

Ein erster Antrag sollte noch am Freitag bei einem Gericht in Anchorage, Alaska gestellt werden. BP betreibt große Erdöl-Anlagen in dem nördlichsten Bundesstaat der USA.

Zahlungen auf Eis

"Browne wird, wie es aussieht, aus dem Konzern geschmissen, aber er bekommt weiß Gott wie viele Millionen Dollar Abfindung und Pension", sagte Lerach. "Wir sind nicht der Meinung, dass er all das Geld mitnehmen sollte." Lerach zufolge wollen die Anleger die Millionen-Zahlungen an Browne für die Dauer des geplanten Gerichtsverfahrens einfrieren zu lassen. Demnach soll der Konzernchef sowie das BP-Direktorium wegen Vorgehen in den Bereichen Umwelt und Betriebsschutz belangt werden.

Browne hatte im Jänner angekündigt, seinen Posten bereits Ende Juli, eineinhalb Jahre früher als bisher geplant, aufzugeben. Brown galt in der Ölbranche lange als Visionär. Sein Ruf hatte aber zuletzt unter einer Reihe von tödlichen Unfällen in einer US-Raffinerie gelitten. Browne arbeitet seit 1966 bei BP. Seit 1995 ist er der Firmenchef. (APA/Reuters)