Wien - Die Kaiserstraße in Neubau trennt von der Stumpergasse nur das Nadelöhr Mariahilfer Platzl - das nach jahrelanger Vernachlässigung nun behübscht wird. Das Problem abgewanderter Geschäfte verbindet die beiden schnurgeraden Seitengassen. Allerdings schritt man im siebenten Bezirk schon vor einigen Jahren zur Reanimation: 2004 wurde das Projekt "Kaiserstraße" mithilfe von EU-Förderungen ins Leben gerufen. Seither vermittelt der Verein "Wolke 7" junge Künstler an leer stehende Lokale, organisiert ein Kurzfilmfestival, stellte Baumtröge auf und kreierte ein "Kunstsackerl", um der Straße ein neues Image zu geben. "Das Schlechtreden der Situation hat sich aufgehört", zieht der grüne Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger zweieinhalb Jahre später eine vorsichtig positive Bilanz. Von 41 abgehausten Lokalen 2004 bleiben heute 33 leer. 18 Neuabsiedlungen gab es und zehn Geschäftsauflösungen. "Die Leute wollen etwas für das Grätzel machen", stellt auch Wolke-7-Mitglied Angela Heide fest. Davon zeugt auch die IG Kaufleute, die von fünf auf 25 Mitglieder anwuchs. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 9. Februar 2007)