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Sanitäter transportieren einen verletzten Palästinenser ab.

Foto: APA/EPA/Jim Hollander
Jerusalem - Zwischen israelischen Polizisten und muslimischen Demonstranten ist es am Freitag auf dem Tempelberg in Jerusalem zu Zusammenstößen gekommen. Nach dem Freitagsgebet hatte es Proteste gegeben, nach Angaben der Polizei sei ein Eingreifen nötig geworden, nachdem Demonstranten angefangen hatten Steine auf die Sicherheitskräfte zu werfen. Die Polizisten seien auf den Tempelberg vorgestoßen und hätten Schockgranaten gefeuert, berichteten Augenzeugen.

Mehr als ein Dutzend Menschen seien bei den Zusammenstößen verletzt worden, berichteten Augenzeugen am Freitag. Ein Teil der Demonstranten verbarrikadierte sich in der Moschee. Ein israelischer Polizeisprecher sagte, Aufgabe der Einheiten sei es, für Ruhe zu sorgen. Die Polizei habe die Lage "voll unter Kontrolle".

Der palästinensische Politiker Mustafa Barguti warf den Israelis vor, sie seien noch vor dem Ende der Freitagsgebete gewaltsam auf das Gelände der Al-Aksa-Moschee vorgestoßen.

Israelische Behörden lassen an einem im Jahr 2004 teilweise eingestürzten Fußweg am Fuße des Tempelberges arbeiten, der vom Platz der Klagemauer auf den Tempelberg führt, auf dem die Al-Aksa-Moschee steht. Ein Abschnitt des Weges soll durch eine neue Konstruktion ersetzt werden. Aufgebrachte Muslime und arabische Regierungen protestieren seit Dienstag gegen die Bauarbeiten. Die Arbeiten gefährdeten die Al-Aksa-Moschee, eines der wichtigsten Heiligtümer der Muslime.

Die israelischen Behörden hatten laut einem Bericht der Tageszeitung "Jerusalem Post" vorgeschlagen, ein Live-Video von den Bauarbeiten einzurichten, um die Sorgen der Kritiker zu zerstreuen. Dieser Vorschlag wurde von muslimischer Seite aber als "lächerlich" zurückgewiesen. (APA/dpa/Reuters/red)