Graz - Einen umfassenden Einblick in das künstlerische Schaffen des österreichischen Malers und ehemaligen "Jungen Wilden", Hubert Schmalix, gibt die Neue Galerie am Grazer Landesmuseum Joanneum. "Figur und Farbe" heißt die Werkschau des Künstlers, der 1987 nach Kalifornien übersiedelte und dort nun als Maler und Galerist tätig ist. Zu sehen ist die Schau im ersten Stock der Galerie bis zum 15. April.

In den 1980er Jahren wurde Hubert Schmalix im internationalen Ausstellungsgeschehen als Vertreter einer Malerei präsentiert, die mit den Adjektiven "wild" und "heftig" versehen war. Der 1952 in Graz geborene Künstler war neben Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Alois Mosbacher u.a. einer der wichtigsten Vertreter der "Neuen Malerei in Österreich", wie der Grazer Kunsthistoriker Wilfried Skreiner die Ende der 1970er Jahre spürbar gewordene neue Tendenz zur expressiven Malerei genannt hat. Heute zählt Schmalix zu den international renommiertesten österreichischen Malern.

Akt, Stilleben und Landschaften

"Sein Bild '14 Zigaretten' (1976) wurde von Wilfried Skreiner zum Initialwerk der 'Neuen Malerei' in Österreich erklärt", erinnert sich Steinle heute an Schmalix' künstlerische Anfänge. Das Bild setzt auch den Auftakt der von ihr kuratierten Schau, die dem Besucher anhand von rund 100 Werken die vielfältigen Schaffensphasen des Künstlers vor Augen führt. Zentrale Motive sind der menschliche Akt, Stilleben und Landschaften.

Während die frühen Arbeiten durch eine koloristische Expressivität und einem schwungvollen Pinselduktus gekennzeichnet sind, wird Mitte der 1980er Jahre der weibliche Akt zum dominierenden Sujet. Die Grazer Schau verdeutlicht anschaulich, wie sich in den 1990er Jahren - nach der Übersiedelung nach Los Angeles (Kalifornien) - Schmalix' Vokabular durch die Begegnung mit der amerikanischen Westcoast-Malerei erweitert: Es entstehen die Christusbilder und die Stadtansichten von Los Angeles, die plötzlich in Richtung einer Farbfeldmalerei weisen.

Lyrische Note

In seinen aktuellen Arbeiten nimmt Schmalix die gewohnte Buntfarbigkeit zurück, steigert inhaltlich die lyrische Note und widmet sich - neben dem Thema des Stilllebens - neuerlich dem weiblichen Akt. Letzterer wird vor allem zum Ausdruck erotischer Fantasien von Fesselungsritualen, die in der Tradition des japanischen Fotokünstlers Nobuyoshi Araki zu sehen sind. (APA)