Moderatorin: derStandard.at begrüßt Herrn Weber zum Chat und freut scih auf Ihre Fragen!

Michael Weber: Vielen herzlichen Dank für die Einladung! Auch ich freue mich beim Chat im Standard über das digitale Fernsehen Ihre Fragen zu beantworten.

Userfrage per Mail: Warum wird jetzt eigentlich später umgestellt als geplant?

Michael Weber: Dass wir im ersten Quartal 2007 mit der Umstellung von analog auf digital starten war der Plan. Mit 5. März starten wir in Vorarlberg. Danach von Westen nach Osten, sodass wir die terrestrische Digitalisierung (Antennenfernsehen) wie geplant im heurigen Jahr abschliessen können - ein bisschen mehr Zeit heißt auch mehr Information für die Menschen.

Userfrage per Mail: Wer bestimmt eigentlich, wann wo umgestellt wird?

Michael Weber: Für den Senderbetrieb ist die ORF-Tochter ORS verantwortlich. Die Aktivitäten rund um den Zeitplan und welche Sender umgestellt werden gemeinsam mit den Broadcastern besprochen. Die Entscheidung über die Zurücklegung der Frequenzen obliegt den Broadcastern.

Firefoxx: Der Zeitplan auf dvb-t.at gibt sich eher mysteriös, ist der Zeitpunkt der Umstellungen tatsächlich noch nicht fixiert, oder möchte man die User absichtlich im Ungewissen lassen?

Michael Weber: Seit 26. Oktober sind bereits alle Landeshauptstädte und Umgebung digital versorgt. Die Abschaltung in Vorarlberg ist mit 5. März 2007 fixiert. Die weiteren Termine werden in den kommenden Wochen kommuniziert. Oberste Priorität Service und Information.

kleeklee: Sehr geehrter Herr Weber, meine Frage: wie hoch sind die veranschlagten Gesamtkosten für die Terrestrische Digitalisierung der Rundfunksender, welche die künftigen laufenden Kosten?

Michael Weber: Es wäre unseriös mögliche Gesamtkosten zu nennen, da es vom Standort abhängig ist. Wenn Sie sich für den Betrieb eines Senders interessieren finden Sie weitere Informationen für die zweite Frequenzbelegung (MuxB) unter www.ors.at

Userfrage per Mail: Die geplante Umstellung fällt mit der ORF-Programmreform ab April zusammen. Ein Nachteil für den ORF?

Michael Weber: Die terrestrische Digitalisierung kann für niemanden ein Nachteil sein. Das neue Programm digital zu empfangen - ohne Schneegestöber, vielleicht auch portabel in hervorragender Qualität - sicherlich ein Vorteil.

Tintifax2000: Wird man künftig GIS-zahlungspflichtig sein, wenn man keine DVB-T-Box besitzt? - Man kann ja dann den ORF nicht empfangen.

Michael Weber: Ja, laut GIS sind Rundfunkgebühren immer dann zu entrichten, wenn man empfangsbereite Geräte hat, unabhängig davon welche Programme empfangen werden. Mehr Informationen unter www.orf-gis.at

Userfrage per Mail: Vergangene woche gab es Probleme, ORF konnte nicht mehr empfangen werden. Es hieß: Die Sat-Receiver hätten den vorgenommenen Code-Wechsel nicht geschafft. Wie konnte so etwas passieren?

Michael Weber: Wo gehobelt wird fallen Späne so auch bei den Boxenherstellern. Rasch erkannt haben wir alles mögliche und auch unmögliche gemeinsam mit den Betroffenen unternommen um unserer Kunden wieder bestmöglich zu versorgen. 6 Jahre ORF Digital Satellit - nur ganz seltene Ausfälle kennzeichnen diese neue Fernsehtechnologie.

toneu: Ich benutzte schon DVB-T und kann keine wirklichen (nötigen) Verbesserungen feststellen, die die große Investition rechtfertigen. Wird die Sendevielfalt und der Empfang noch verbessert?

Michael Weber: Mit der ersten Belegung (MuxA) kann man ORF 1, ORF 2, ATV mit dem neuen Multitext - die Weiterführung des Teletext mit Bildern und verkleinerten laufenden Fernsehbild sehen. Die Sendevielfalt wird schon mit der zweiten Belegung(MuxB) verdoppelt, weitere werden folgen.

Stefan Zechner #1: Warum jetzt auf DVB-T umstellen und nicht noch warten und auf den Nachfolger T2?

Michael Weber: Dieser Standard ist noch nicht ausspezifiziert - jetzt DVB-T ist schon portabel, dolby-digital, mit neuem Multitext, ohne Schneegestöber, worauf warten auf etwas, was es noch nicht wirklich gibt.

Manfred Bieder: Wer hilft meiner Oma bei der technischen Umsetzung der Umstellung?

Michael Weber: Wenn Sie die Gelegenheit haben Herr Bieder, bitte Sie, wenn nicht, kümmere ich mich gerne selbst darum - ehrlich. Liebe Grüße an die Oma. Michael Weber

toneu: Ich sehe die "Gutscheinaktion" als großen Schwindel. Die 40€ konnten nur für sehr hochpreisige DVB-T-Geräte verwendet werden. Somit waren diese trotz Gutschein noch erheblich teurer als günstige Geräte (weche genauso gut funktionieren - hab selber e

Michael Weber: Sie haben recht. Bei der Förderung mit 40 Euro, die übrigens mehr als 40 000 Kunden genutzt haben, handelte es sich um eine "Anschubförderung" zum Start von DVB-T in Österreich. Die zertifizierten Geräte ermöglichen Ihnen den neuen Multitext, mit mehr Service und Information. Zu dem garantieren wir Ihnen mit dem "bunten Pickerl" auf der Box alle Funktionalitäten bei digitalem Antennenfernsehen.

Sunchampion: Warum wird der mhp-Teletext, der ja massiv als "einzigartiges Feature der dvb-t" beworben wird, nicht auch im Internet übertragen, ähnlich dem Angebot des "alten" Teletexts?

Michael Weber: Gegen Mitte des Jahre wird auch diese Feature laut Auskunft der Multitext Redaktion im Internet verfügbar sein.

Quokoriko: Wird auch irgendwann GO-TV und TW1 über DVB-T ausgestrahlt werden? Wenn ja, wann? Wenn nein: Warum nicht?

Michael Weber: All die genannten Sender können sich für DVB-T jetzt bis 5. März bewerben. Damit können alle die wollen Fernsehen, Radio oder Datendienste via Antenne senden.

h. meiler: Die "Horrorpreise" der ORS für die Belegung der DVB T Frequenzen hält viele Privat TV Betreiber ab, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Nichtkommerzielle TV Sender haben aufgrund des Budgets keine Möglichkeit, auf dieser Plattform zu send

Michael Weber: Einfach anrufen - ein kurzes Mail, ein Meeting - und Sie werden sehen, auch Sie können sich, wenn Sie die Kriterien erfüllen, Fernsehen, Radio oder Datendienste leisten. Ein seriöses Angebot meinerseits, das Sie unbedingt nutzen sollten. Liebe Grüße Michael Weber

John Stuart Mill: Ich wohne in Zürich und empfange zur Zeit sowohl ORF 1 und ORF 2, aber eine DVB-T Box oder ähnliches gibt es hier nicht. Werde ich auch in Zukunft in den Genuss der ORFs kommen oder (kann ich meinen Fernseher gleich wegschmeissen;)?

Michael Weber: Der ORF hat nur die Senderechte für Österreich und Südtirol. Weitere Informationen erhalten Sie beim ORF Kundendienst unter 0043 1 8707030, www.kundendienst@orf.at

Hans Gann: Wird in absehbarer Zeit das Radio auch digital? (Stichwort Digital Audio Broadcasting; DAB)

Michael Weber: Derzeit gibt es einen Testbetrieb in Wien mit 3 Standorten und in Tirol mit 2. Die Ausschreibung zu DAB obliegt der Regulierungsbehörde.

Userfrage per Mail: Bis wann müssen alle analogen Frequenzen in Österreich abgeschaltet sein?

Michael Weber: Mit 26. Oktober 2006 sind 70 % (alle Landeshauptstädte und Umgebung) versorgt, 2008 90 % und bis 2010 werden alle Signale digital sein.

Userfrage per Mail: Wieviele Gutscheine wurden tatsächlich eingelöst?

Michael Weber: Mehr als 40 000 Menschen haben den Gutschein eingelöst. Von vielen wissen wir, dass sie auch ohne ihren Gutschein den neuen Teletext - den Multitext schätzen gelernt haben.

Georg Schöpf: Wie kommentiern sie Behauptungen, dass die Sendequalität bedingt durch den Niegrigen Datendurchsatz von 2Mb/ Sec. und die erforderliche hohe Kompremierung abhängig von der Empfangssituation teilweise schlechter wird als beim analogen Empfang und auf

Michael Weber: Sie sagen es ja selbst. Behauptungen - einfach selbst ausprobieren, haben Sie schon einmal portabel über den Satellit ferngesehen, oder über den Satellit den neuen Teletext gesehen - sicher nicht. Übrigens: statistischer Multiplex heißt das Zauberwort - soviel Mbs wie das Bild braucht bekommt es... Liebe Grüße

Userfrage per Mail: Schauen Sie Shows wie "Starmania" oder "Dancing Stars"?

Michael Weber: Selbstverständlich - übrigens digital - perfektes Bild, mit Multitext und den neuesten Hintergrundinformationen im Multitext. P.S.: Auch portabel auf der Terrasse und am Boot.

Moderatorin: derStandard.at bedankt sich bei Herrn Weber fürs Kommen und bei den UserInnen für die zahlreichen Fragen. Schönen Tag noch!

Michael Weber: Herr Weber bedankt sich bei derStandard.at und für die vielen vielen digitalen Fragen. Bis bald und herzlich Ihr Michael Weber