Athen - Griechenland betreibt eine offensive Politik, was die Bewahrung und Rückführung seines antiken Kulturerbes betrifft. Jetzt verweigerte man dem Pariser Louvre die Leihgabe einer Statue, die eines der Schmuckstücke einer im März beginnenden Ausstellung zum Bildhauer Praxiteles werden sollte.

Im Louvre zeigte man sich empört über die Weigerung Griechenlands. Man hatte angeblich "zwei Mal eine mündliche Zusage" erhalten zur Überführung der Bronzestatue "Jüngling aus Marathon" (325-300 v.Chr.), die bisher Griechenland nicht verlassen hat und sich im archäologischen Nationalmuseum in Athen befindet. Der französische Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres forderte seinen griechischen Amtskollegen Georges Voulgarakis dazu auf, ihm "mitzuteilen, ob diese Entscheidung definitiv" sei. Von griechischer Seite heißt es derweil, man hätte schon früher darauf hingewiesen, dass eine Leihgabe der Statue höchst unwahrscheinlich sei.

Entwicklungen wie diese bezeugen Griechenlands politischen Willen zur Wahrung kulturellen Erbes im In- und Ausland. Dabei konzentriert man sich vor allem auf Stücke, von denen man annimmt, dass sie von griechischem Boden geraubt worden sein könnten. In diesem Kontext stehen zum Beispiel die intensiven Bemühungen Athens, die Restituierung von Fragmenten des Parthenons zu erwirken, die sich derzeit im British Museum in London befinden. (APA)