Bregenz – Landesregierung und Vorarlberg Tourismus wollen mit dem Entwurf zum neuen Tourismuskonzept den sanften Weg gehen. Landschaftliche Vielfalt, überdurchschnittliche Lebens- und Umweltqualität, kulturelle Eigenheiten gelte es zu erhalten. "Ein Tourismuskonzept muss ausgeglichen sein, muss Rücksicht nehmen auf die Menschen, die hier wohnen", sagt Wirtschafts-Landesrat Manfred Rein (VP). Als "kultiviertes Land für Genießer" möchte Tourismus-Direktor Christian Schützinger Vorarlberg auf internationalen Märkten positionieren. Im Wettbewerb um die Massen will und kann man nicht mithalten, aber im Wettbewerb um den Gast, der das Besondere, das Echte und Engagierte suche.

Rein verweist auf die Folgen von Massentourismus: "Mit der Lebensqualität in diesen Regionen sinkt die Bereitschaft, Tourismus zu akzeptieren, die Gastfreundschaft wird zur Feindschaft." So weit dürfe es nicht kommen und auch nicht zu "rücksichtslosen Eingriffen in die Natur". Die Absage an weitere Erschließungen und Ausbauten kommt vor allem dort schlecht an, wo man die Wintersport-Infrastruktur erweitern will: im Montafon und Teilen des Bregenzerwaldes.

"Visionslos"

Visionslos sei das Konzept, von oben verordnet, sagen Kritiker. Rein kontert: "Das Konzept bietet Ideen, Anregungen, aber auch klare Vorgaben zu Nachhaltigkeit und Zukunftssicherung." Und Ziele, wie die Forcierung des Ganzjahrestourismus durch die Konzentration auf Zielgruppen(wie Kultur-, Gesundheitstouristen, Familien und den Ausbau des Bettenangebotes.

Von 5500 Beherbergungsbetrieben sind 4500 Privatzimmeranbieter, hier sei Professionalisierung und "Mut zum Unternehmertum" angesagt, fordert Schützinger Investitionen. Der Beitrag zum Bruttoregionalprodukt beträgt 14 Prozent. Landesverband und Destinationen bekommen vom Land 2007 rund 2,7 Mio. Euro. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.2.2007)