Das Landleben in Niederbayern ist nicht ohne. Die Zores in Kleinöd beginnen mit der Leiche eines Außenseiters. Der Tote war der Sohn eines einsiedlerischen Paares, das auf dem abgelegenen Öko-Hof haust. Keiner kannte den jungen Mann näher, keiner hat sich um sein sonderbares Benehmen gekümmert. Das Dorf schaut zu, wie Marlene vor die Hunde geht, weil sie sich ohne Hilfe um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter kümmern muss, zerreißt sich aber das Maul, wenn die alte Frau wieder einmal einen ihrer Tobsuchtsanfälle hat. Die Kriminalkommissarin Franziska Hausmann, eine „Zugereiste“, hat auch schwer mit den lokalen Besonderheiten zu kämpfen. Das Duo Katharina Gerwens und Herbert Schröger ist gut unterwegs. Stille Post in Kleinöd (€ 9,20, Piper) besticht durch die Sprachlosigkeit der Figuren und die Tristesse der aufgemotzten Dorfromantik. (Album, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.2.2007)