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Die Universität Wien hat eine neue Initiative zur barrierefreien Gestaltung ihrer Homepage gestartet. Wichtige Informationen rund um das Studium und die Organisation der Universität sind nun auch in Ton und Bild auf eigens aufbereiteten Webseiten abrufbar. Bei der "Übersetzung" der Webinhalte in Gebärdensprache und gesprochenes Wort vertraut die Universität auf eine Lösung des Servicezentrums ÖGS-barrierefrei , das sich der barrierefreien Gestaltung des Internets verschrieben hat.

Trotz schriftlichem Angebot sehr wichtig

"Gehörlose können zwar lesen, aber Deutsch ist ihre Zweitsprache, die gezielt und bewusst erlernt werden muss", erklärt Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes, auf Nachfrage von pressetext, warum ein Video in Gebärdensprache essenziell im Sinne eines barrierefreien Webs ist. Derzeit sind rund 20 Videos in Gebärdensprache über die barrierefreien Seiten abrufbar, darunter auch Informationen zur Studienwahl, Konfliktberatungsstelle und Personalentwicklung der Universität. Im Laufe des Jahres soll die Anzahl der Videos, in denen Inhalte von Uni-Wien-Homepages in Gebärdensprache übersetzt werden, auf 50 steigen, verspricht Projektleiterin Karoline Iber.

Zeichen für kulturelle und sprachliche Vielfalt

Neben dem Bereitstellen barrierefreier Webinhalte für gehörlose und blinde Menschen will die Universität mithilfe des Projekts aber auch ein Zeichen für kulturelle und sprachliche Vielfalt setzen und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. "Die technischen Möglichkeiten sind heute nicht mehr das Problem, oftmals krankt es einfach an dem fehlenden Wissen", unterstreicht auch die Kommunikationsexpertin Eva Papst, Vorsitzende des Vereins accessible media - Zugang für alle, im Gespräch mit pressetext. Zwar sei in den Bereichen Internet-Shopping, e-Banking und e-Government einiges im Sinne eines barrierefreien Webzugangs in Bewegung gekommen. Gerade im Bildungsbereich bestehe aber noch viel Aufholbedarf, so Papst.

Diversity Management

Die barrierefreie Gestaltung des universitären Webauftritts ist Teil eines größer angelegten Projektes namens "Diversity Management". Neben den angesprochenen Aktivitäten setzt sich die Universität unter diesem Begriff mit der Diversität der Menschen auseinander, die an der Universität arbeiten und studieren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Gestaltung barrierefreier Zugänge zu Arbeitsplätzen sowie gesellschaftspolitischen Fragen rund um Herkunft, Alter oder sexueller Orientierung gelegt. (pte)