Wien - Der griechische Bariton Kostas Paskalis ist am Freitag nach langem, schwerem Leiden im 78. Lebensjahr in seiner Wohnung in der Nähe von Athen gestorben. In den 1960er und 1970er Jahren zählte Paskalis zu den gefragtesten Opernsängern. Besonders verbunden war er der Wiener Staatsoper: Dort trat er im Verlauf seiner internationalen Karriere in 34 verschiedenen Partien insgesamt 640 Mal auf, teilte die Oper in einer Aussendung mit.

Paskalis wurde am 1. September 1929 in Levadia (Griechenland) geboren. Sein Debüt feierte der spätere Kammersänger 1951 als Rigoletto an der Athener Oper, seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper absolvierte er 1958 als René Ankarström ("Un ballo in maschera").

Stütze des Ensembles

Bis 1986 zählte er im Haus am Ring zu den Stützen des Ensembles. Zu sehen war er u. a. als Rigoletto, Escamillo in "Carmen" und Scarpia in "Tosca". Sein letzter Auftritt an der Wiener Staatsoper war im Mai 1986 als Sharpless ("Madama Butterfly"), den er dort insgesamt 50 Mal gesungen hat.

Paskalis war ebenso an der Scala, der Met und bei den Salzburger Festspielen aufgetreten. Staatsoperndirektor Ioan Holender äußerte seine Betroffenheit über das Ableben des Sängers: "Er war ein hervorragender Bariton, der mir persönlich sehr nahe gestanden ist und der nicht nur das Geschehen der Wiener Staatsoper in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts geprägt hat."

Nach Ende seiner Sängerkarriere leitete Paskalis kurzzeitig auch das Opernhaus in Athen und engagierte sich in der Ausbildung des Sänger-Nachwuchses. In der Ö1-Sendung "Apropos Oper" wird am kommenden Dienstag, (13.2., 15:06 Uhr) Kostas Paskalis' gedacht werden. (APA)