Prag/München - Tschechien hat die scharfe Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der möglichen Beteiligung des Landes am geplanten US-Raketenschirm zurückgewiesen. "In seiner Rede hat Putin für das heutige Russland die gleiche Stellung eingefordert, wie sie die Sowjetunion einst hatte", zitierte die Prager Nachrichtenagentur CTK am Sonntag aus München den tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg.

Über eine fällige Beteiligung an dem Projekt des Pentagon werde Tschechien aber souverän entscheiden, unterstrich Schwarzenberg: "Wünsche anderer Staaten werden unsere Regierung hier in keiner Weise beeinflussen." Putin hatte sich am Samstag auf der Internationalen Sicherheitskonferenz in München geäußert.

Schwarzenberg: Innere Angelegenheit

Die mögliche Stationierung einer US-Radaranlage in Tschechien und von etwa zehn US-Raketen in Polen nannte Schwarzenberg "eine innere Angelegenheit der Regierungen in Washington, Prag und Warschau". Putin habe zwar Recht, wenn er sage, dass der Iran derzeit nicht über Raketen mit entsprechender Reichweite verfüge, räumte der Minister ein: "Aber das US-System soll ja erst ab dem Jahr 2011 funktionieren, und kein Land faulenzt in Sachen technischer Entwicklung. Auch der Iran nicht." Das Projekt sei nicht gegen Russland gerichtet. "Moskau sollte verstehen, dass auch andere Länder sich absichern wollen", sagte Tschechiens Außenminister. (APA/dpa)